2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012
2013 |
Natalie Böhler, Jahrbuch CINEMA
Christian Jungen, NZZ, 7.11.2010
2013 |
BILDRAUSCH 2011
CHEVALIER DE L'ORDRE DES ARTS ET DES LETTRESSCREWBALL COMEDY LARS VON TRIERS PASSIONENMEMORYSCAPESINTERNATIONALE TAGUNG: MEMORYSCAPESNANNI MORETTI UND GEFÄHRTENNICHOLAS RAY80 JAHRE LE BON FILMNOUVEL ELAN 50 JAHRE DEZAPREMIERE: Deux de la vagueCATHERINE DENEUVE UND DIE MÄNNERGÄSSLI FILM FESTIVAL 2011TOMÁS GUTIÉRREZ ALEA UND FREUNDEART FILM 2011ZOOM 2011SPECIAL SCREENINGSCUTTING EDGEHOMMAGEJUNG UND HEFTIGCUTTING EDGE 2012BRENNPUNKT IRANMERYL STREEPRETROSPEKTIVE DUŠAN MAKAVEJEV FILMRAUM NR. 5QUENTIN TARANTINO FRANCESCO ROSIBARTÓKS QUINTENBRUNO GANZ FILM FOR FREEDOMSATYAJIT RAYKINO DER LAKONIKLOUIS MALLERICARDO DARÍNMARILYN MONROEWEIBERGESCHICHTENLE BON FILM
LE BON FILM
FILM SOCIALISME
Schweiz/Frankreich 2010 | 102 Min. Farbe. 35 mm. F/d
Regie: Jean-Luc Godard | Buch: Jean-Luc Godard | Kamera: Fabrice Aragno, Paul Grivas | Musik: João Donato | Mit: Catherine Tanvier, Christian Sinniger, Jean-Marc Stehlé, Patti Smith, Robert Maloubier
«Alle Filme, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, muss man dreimal schauen, um sie zu verstehen. Ich sage dies nicht aus Arroganz oder aus der Haltung eines Regisseurs, der seinen Filmen ein zu entschlüsselndes Geheimnis eingeschrieben hat. Sondern einfach, damit man die beiden Länder und ihre Grenze erfasst: das Land des Tons, das Land des Bildes und ihr Zusammenspiel.» Jean-Luc Godard
«Ein Kreuzfahrtschiff auf dem Mittelmeer: Gleich zu Beginn taucht Jean-Luc Godards Film Socialisme ein in ein Stimmen- und Sprachengewirr einer bunt zusammengewürfelten Menschenmenge. Dazwischengeschnitten sind Aufnahmen von Fischen unter Wasser und von der schäumenden Gischt. Das Meer ist eine sprachlose, ruhige Sphäre, die mit dem Trubel kontrastiert. Mit seinen heterogenen Passagieren spiegelt das Schiff als Mikrokosmos den Makrokosmos Europa wider und wird zur Parabel für politische Entwicklungen: Wohin steuert Europa? Das Schiff macht Halt in Ägypten, Palästina, Odessa, Griechenland, Neapel und Barcelona. Parallel findet eine Reise durch die teils wahren, teils erfundenen Mythen statt, die diese Orte begleiten. Sie sind kulturelle Knotenpunkte und rufen zugleich Bilder von Krieg und Zerstörung hervor. Godard mischt Archivaufnahmen mit neu gedrehten Sequenzen und stellt den Nahostkonflikt neben Bilder von antiken und altägyptischen Bauten, die Ruinen von Pompeji, die Treppensequenz aus Panzerkreuzer Potemkin (Sergei M. Eisenstein, SU 1925) und eine sozialistische Demonstration in Barcelona. Ein weiterer Erzählstrang spielt in Südfrankreich. Zwei Kinder ziehen ihre Eltern zur Rechenschaft über die Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Neben der Vergangenheit und der Gegenwart Europas kommt hier die Zukunft zur Sprache, weil die Kinder eine Reflexion der Ideologien fordern.»
Natalie Böhler, Jahrbuch CINEMA
«Godard will Assoziationen auslösen: zur Utopie Europas, zum Schicksal Palästinas und Afrikas. Wenn man sich vom Druck löst, alles verstehen zu wollen, entfaltet sein Essay beim zweiten Sehen eine ironische Poesie, etwa wenn ein fröhliches Lama an einer Tankstelle steht.»
Christian Jungen, NZZ, 7.11.2010


