2013 |
GESCHICHTE DER NACHT – EINE REISE ANS LICHT OHNE ENDE
Das Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel (IfM) hat sich im Frühlingssemester unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Ute Holl mit dem Phänomen Licht in all seinen Facetten und Bedeutungen auseinandergesetzt. Als Abschluss und Höhepunkt zeigt das IfM in Zusammenarbeit mit dem Stadtkino Basel am 31. Mai Clemens Klopfensteins Film Geschichte der Nacht in Anwesenheit des Regisseurs. Nach der Veranstaltung lädt das IfM im Foyer des Stadtkinos zu einem Apéro ein.
Geschichte der Nacht von Clemens Klopfenstein wird am Ende einer semesterlangen Forschungsreise in die „Geschichten des Lichts“ stehen. Im Plural haben wir uns mit verschienen Medien- und Kulturtechniken des Lichts befasst, mit Geschichten, die das Licht macht. Allein das Licht. Licht kann nicht nur als Träger von Information erscheinen, ist nicht nur Code oder Inhalt von anderen Medien, sondern Licht macht selbst Effekte, die dramaturgisch werden in Rhythmen, Räumen und Affekten. Licht ist nicht nur Metapher der Aufklärung, sondern es tritt auch als Medium der Blendung und Verblendung auf. Licht haut aufs Auge. Oder in feineren Strahlen: Licht erscheint als Mittel der Aufschreibung, als Pinsel der Natur oder als Lichtton. Licht kann in Verbindung mit technischen Anordnungen Wahrnehmungen evozieren. In stroboskopischen Effekten, in Flickerfilmen, verwandelt sich Licht in Farben- und Raumhalluzination: Psychedelik des Lichts. Am Ende taucht das Licht-Seminar ab in die Nacht, ins Kino, in einen Film, in dem fast alle diese Ästhetiken des Lichts auftauchen. "Geschichte der Nacht im Singular“, betont Clemens Klopfenstein. Denn diese Nacht hat seitdem nicht aufgehört, ihr Licht zu bringen. Oder ihr Licht zu singen, könnte es heissen, denn viele Lichter fangen an zu summen und zu brummen, auf den Strassen, nach Mitternacht, wenn die Nacht ihre Flügel ausbreitet und Klopfenstein anfängt zu drehen. Die Reise durch die Nacht, die kein Ende hat, geht von West nach Ost, von Dublin nach Istanbul, kreuz und quer durch Europa, 15 Städte, die im Dunklen so unterschiedlich sind wie im Licht. Und man sieht: Nachtschwärmer, Nachtschalter, Nachtfalter, Nachtkatzen, Nachtblenden, Night Hawks und Nachtwächter sind alles Lichtgestalten.
Ute Holl (Professorin für Medienwissenschaft Universität Basel)