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Le Bon Film

 
TRAILER CHFRDE - Liberté, Albert Serra, 2019 from Cinémathèque suisse on Vimeo.
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Stills  |  Trailer 

Liberté


Donnerstag 12.03.2020 20:15 * TICKET
Freitag 13.03.2020 16:00 TICKET
Samstag 21.03.2020 22:00 TICKET
Montag 23.03.2020 18:30 TICKET
Samstag 28.03.2020 21:45 TICKET

* Mit anschliessendem Gespräch mit Albert Serra. Moderation: Chus Martínez

Portugal 2019

132 Min. Farbe. DCP. Ov/d

 

Regie: Albert Serra

Buch: Albert Serra

Kamera: Artur Tort

Schnitt: Ariadna Ribas, Artur Tort, Albert Serra

Musik: Marc Verdaguer, Ferran Font

Mit: Helmut Berger, Marc Susini, Iliana Zabeth, Laura Poulvet, Baptiste Pinteaux
Hinweis: Der Film enthält explizite sexuelle Darstellungen

«Im Jahr 1774, wenige Jahre vor der Französischen Revolution, irgendwo zwischen Potsdam und Berlin: Madame de Dumeval, der Herzog von Tesis und der Herzog von Wand wurden vom puritanischen Hof von Ludwig XVI. verbannt und suchen die Unterstützung des legendären Herzogs von Walchen, ein Verführer und Freidenker aus Deutschland. In einem Land, in dem vor allem Heuchelei und falsche Tugenden vorherrschen, haben sie es sich nun zur Aufgabe gemacht, die in Frankreich schon vorherrschende Zügellosigkeit auch in Deutschland zu verbreiten. Die Philosophie der Aufklärung, die moralisches Denken und Autoritäten ablehnt, passt perfekt zu Herzog von Walchen. Jetzt brauchen sie nur noch einen Ort, an dem sie ihre fehlgeleiteten Spiele ohne Rücksicht auf andere ausleben können.»

Cinémathèque suisse

 

«In den vulgär-sexuellen Spielen und Fantasien geht es um Vitalität und grenzenlose Erregung, die allerdings wiederholt an der Körperlichkeit, oder auch der Monotonie des Perversen scheitert. Die schwelgerische Bewegung durch die Reize und Abgründe der Libertinage setzt auf ein geschicktes Spiel der Doppelungen und nimmt die Zuschauenden als VoyeurInnen in den Blick. Der dritte Teil eines aus Installation, Theaterstück und Film bestehenden Gesamtprojekts zielt auf die Dekonstruktion einer eingebildeten Männlichkeit, die sich in lauter Erwartungen erschöpft.»

Lexikon des int. Films

 

«In dieser Ästhetik unerfüllten Begehrens sind eigentlich nur die wenigen Frauen im Wald wirklich bereit, loszulassen. Die Männer sind in einem an Fassbinder-Filme erinnernden Standbild gefangen. Es ist das Paradox zwischen dem Wahren eines formellen Gesichts und dem animalischen Loslassen. Nicht nur anhand der weiblichen, sich nach und nach aus dem Film schälenden Enttäuschung über die fehlende Potenz der Männer dekonstruiert Serra Männlichkeit. ‹Sei nicht lächerlicher, als ich es bin›, heisst es einmal, und diese Lächerlichkeit schwingt in jeder Sekunde im Halbdunkel mit. Dem männlichen Geschlechtsorgan wird mit Mitleid und Gleichgültigkeit begegnet, das Balzverhalten wirkt einsam und verzweifelt. Man spürt eine Fragilität und Müdigkeit, die der anvisierten Vitalität und Erregung entgegenwirkt. Kommt es zu sexuellen Handlungen, ist Distanz und Entfremdung mit im Spiel. Wenn es so etwas wie Freude gibt, dann in der Erwartung. Alles andere ist der Versuch, diese nicht zu enttäuschen.»
Patrick Holzapfel, filmdienst.de

 

«Liberté ist mit einer gewissen Dekadenz verbunden, mit der Kehrseite des Utopischen. Der Film fragt, was passiert, wenn eine Utopie erzwungen wird. Ein Balzac-Buch hat mich sehr beeinflusst, es heisst Béatrix und trägt den Untertitel Die erzwungene Liebe. In der Geschichte gab es immer wieder Beispiele für Formen der Libertinage, für Umstände, die auf natürliche Weise zur Befreiung des einzelnen Menschen führten. Wird eine Utopie hingegen erzwungen, bleibt zwar der Idealismus, aber es entsteht auch Reibung. Eine Reibung, die etwas Dunkles in sich trägt. Daraus speisen sich die psychologischen Schattenseiten dieses Films.»
Albert Serra, taz.de, 12.9.2019

 


 

Albert Serra
Der katalanische Videokünstler, Film-und Theaterregisseur Albert Serra wurde 1975 in der Stadt Banyoles geboren. Nach dem Studium der Philosophie und Literatur an der Universität von Barcelona schrieb er Theaterstücke und produzierte verschiedene Video-Arbeiten. Internationale Anerkennung erhielt Serra mit seinem ersten Spielfim Honor de Cavalleria, eine freie Adaption des Romans Don Quijote, den er mit nichtprofessionellen SchauspielerInnen aus seinem Heimatort inszenierte.