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Un complicato intrigo di donne, vicoli e delitti


Samstag 29.02.2020 20:15

Italien/Niederländische Antillen 1985

105 Min. Farbe. 35 mm. I/d/f

 

Regie: Lina Wertmüller

Buch: Elvio Porta, Lina Wertmüller

Kamera: Giuseppe Lanci

Schnitt: Michael J. Duthie, Luigi Zitta

Musik: Tony Esposito

Mit: Àngela Molina, Harvey Keitel, Isa Danieli, Paolo Bonacelli, Vittorio Squillante

«In Neapel kommt es zu einer Serie von mysteriösen Morden. Alle Opfer sind Mitglieder der Camorra. Die Polizei verdächtigt zuerst die rivalisierenden Camorra-Clans, aber die werden selbst von der Angst gepackt. Eine Gruppe von Frauen erklärt sich für diese Taten verantwortlich. In einer von Männern dominierten Gesellschaft, in der nur Profit und Gewalt herrschen, bedienen sich auf einmal die Frauen der brutalsten Mittel, um dem Drogenhandel in der Stadt ein Ende zu bereiten. (...) Lina Wertmüller nutzt die Kriminalgeschichte als Rahmen für ein imposantes Sittengemälde. Ein Sittengemälde voll praller Vitalität, unzähmbarer Leidenschaften, Liebe und Hass, Ehre und Verrat, Sex und Gewalt. Neapel, die Stadt, die die Regisseurin für ‹die schönste der Welt› hält, ist nicht einfach die Kulisse des Films, sondern spielt gewissermassen eine Hauptrolle.»

prisma Verlag

 

«Lina Wertmüllers Film erzählt von einer Stadt in Aufruhr, wo eine Mordserie alle Regeln bricht, die geschriebenen wie die ungeschriebenen. Erzählt wird von Menschen, die zu retten versuchen, was längst nicht mehr zu retten ist: eine verbindliche Ordnung. Von Polizisten und Gangstern, die allein ihren eigenen Regeln vertrauen und deshalb kaum etwas durchschauen. Von Annunziata, die zwischen alle Fronten gerät und dabei ihre eigene Front aufbaut. Und von ihrem Kind, das für Spiel hält, was längst schon tödlicher Ernst ist. Erzählt wird von Frauen, die ihren letzten Aufstand wagen: von Müttern, die der Bedrohung ihrer Kinder durch Kriminelle mit kriminellen Mitteln trotzen. Die töten, bevor das Rauschgift weiter tötet. (…) Eine ‹komplizierte Intrige über Frauen, Strassen und Verbrechen› nennt Lina Wertmüller selbst ihren Film. Doch die Strassen spielen nur eine untergeordnete Rolle, und die wirklichen Verbrechen kommen nur am Rande vor. Allein die Frauen treiben den Fluss der Ereignisse voran. Sie allein handeln, während die Männer – ob nun Gangster oder Polizist – immer nur rätseln und reden.»

Norbert Grob, Die Zeit, 4.4.1986