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Filmreihe: Paul Thomas Anderson

 
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The Master


USA 2012

138 Min. Farbe. DCP. E/d

 

Regie: Paul Thomas Anderson

Buch: Paul Thomas Anderson

Kamera: Mihai Malaimare Jr.

Schnitt: Leslie Jones, Peter McNulty

Musik: Jonny Greenwood

Mit: Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Laura Dern, Jesse Plemons

«The Master konzentriert sich auf die kryptisch-romantische Beziehung zwischen dem charismatischen Schriftsteller Lancaster Dodd und dem traumatisierten Kriegsheimkehrer Freddie Quell. Lancaster ist gerade dabei, auf Grundlage seines Buches ‹The Cause› eine parareligiöse Bewegung zu gründen. Dafür schart er bevorzugt eine begüterte Klientel um sich, die ihn als ihren ‹Master› verehrt. Er sieht in dem hormongesteuerten Quell die ideale Person, um ein Exempel für seine Lehren zu statuieren: das Animalische hinter sich zu lassen und eine höhere Stufe des Menschseins zu erlangen. Dodd und Quell verfangen sich gegenseitig in der Anziehungskraft des Anderen. Der Ex-Soldat mixt dem Intellektuellen seine Spezialdrinks aus allen Spirituosen inklusive Farbverdünner, die er finden kann, und mimt für ihn den Ausputzer. Für Dodd ist Quell dagegen so etwas wie der edle Wilde, den er mit seiner abstrusen Mischung aus Hypnose, Psychoanalyse und postpuritanischer Erweckungshysterie zur Krone der Schöpfung erziehen will ...»

Marcus Woeller, kunst + film, 20.2.2013

 

«The Master bleibt, dem spirituellen Budenzauber Dodds zum Trotz, klar ein Film von dieser Welt. Anderson erzählt von den Vernetzungen von Kriegstraumata mit dem erwachenden Interesse an Drogenexperimenten und Bewusstseinserweiterung, mit der Angstlust an Manipulation, Hypnose und Gehirnwäsche im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Geschichte der Unterwerfung scheint der ‹Kybernetik-Komplex› durch, die Vorstellung, dass Menschen zu Automaten werden könnten, was in die Kalte-Kriegs-Paranoia der 1950er-Jahre überging. Dieses fesselnde Ideennetz ist noch interessanter als die Frage, wie viel die Geschichte dieses egomanischen Menschenfängers und seiner Gruppe mit Scientology und dem Leben ihres mysteriösen Gründers L. Ron Hubbard zu tun hat. Anderson nennt keine Namen. Aber die Ähnlichkeiten sind frappierend.»

Rüdiger Suchsland, Filmdienst.de