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Filmreihe: Akira Kurosawa

 
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The Idiot (Hakuchi)


Japan 1951

166 Min. sw. 35 mm. Jap/d/f

 

Regie: Akira Kurosawa

Buch: Eijirô Hisaita, Akira Kurosawa, nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor Dostojewski

Kamera: Toshio Ubukata

Schnitt: Akira Kurosawa

Musik: Fumio Hayasaka

Mit: Setsuko Hara, Masayuki Mori, Toshirô Mifune, Yokisho Kuga, Takashi Shimura

«Traumatisiert von Erlebnissen während des Krieges kehrt Kameda von einem Sanatoriumsaufenthalt in seine Heimat auf Hokkaido zurück. Unterwegs lernt er Akama kennen und berichtet ihm von seinen Erlebnissen und seiner ‹Krankheit›, zu der epileptische Anfälle, Amnesie und generell eine kindliche Offenheit und Ehrlichkeit gehören. Akama ist fasziniert von der ungewöhnlichen Persönlichkeit Kamedas und berichtet ihm von seiner abgöttischen Liebe zu Taeko, die als Kurtisane ihr Dasein fristet. Als Kameda ihr das erste Mal begegnet, erkennt er in ihr sofort eine verzweifelte, malträtierte Seele und ist magisch von ihr angezogen.»
Klaus Wiesmüller, japankino.de

 

«Dostojewskis Roman, transportiert auf die Nordinsel Hokkaido, wo der Schnee länger liegt, die Menschen auf Sesseln sitzen und die Welt Russland ähnlicher ist als anderswo in Japan. Seit seiner Kindheit, sagt Kurosawa, liebe er die russische Literatur und am meisten liebe er Dostojewski. Die Qualität des Mitleids wäre bei beiden, dem Autor, dem Fürsten, der als Idiot erscheint, bewundernswert, nahezu gottähnlich für ihn. The Idiot bewegt sich nah an den Zeilen der Vorlage, viel näher als bei der Gorki-Adaptierung und den Shakespeare-Bearbeitungen Kurosawas. Der Atem, der Drunken Angel durchweht, bekundet in der Distanz zu Dostojewski die eigentliche Nähe zu ihm. The Idiot indes stellt eine veritable (gelegentlich allzu ehrfürchtige) ‹Literaturverfilmung› dar, die einzige im Werk Kurosawas – einen Reigen eisiger und virtuoser Bilder von erlesener Schönheit, wie Spitzenwerk vor schwarzem, poliertem Holz.»
Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Dezember 2005