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Sciuscià


Montag 04.11.2019 21:00
Freitag 15.11.2019 16:00
Mittwoch 20.11.2019 18:30 TICKET

Italien 1946

87 Min. Farbe/sw. 35 mm. I/e/d

 

Regie: Vittorio De Sica

Buch: Sergio Amidei, Adolfo Franci, Cesare Giulio Viola, Cesare Zavattini

Kamera: Anchise Brizzi

Schnitt: Niccolò Lazzari

Musik: Alessandro Cicognini

Mit: Franco Interlenghi, Rinaldo Smordoni, Annielo Mele, Bruno Ortensi, Emilio Cigoli

«Im Rom der Nachkriegszeit verdienen sich die heimatlosen Jungen Giuseppe und Pasquale ihr Leben durch Schuhputzen. In ihrer Freizeit träumen sie davon, ein Pferd zu kaufen und wegzureiten. Um die Realisierung ihrer Träume zu beschleunigen, beteiligen sie sich an einem Diebstahl und werden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Massgeblich für den Schuldspruch ist das Geständnis Pasquales, der nun von Giuseppe als feiger Verräter gesehen wird. Giuseppe flieht aus dem Gefängnis, und Pasquale folgt ihm. Während einer Prügelei der verfeindeten Freunde stürzt Giuseppe und stirbt. Pasquale bleibt einsam und fassungslos zurück … In den Kritiken wird Sciuscià als Schlüsselwerk des Neorealismus bezeichnet. De Sica attackiert die Unmenschlichkeit der Erwachsenenwelt, die seine beiden jugendlichen Hauptfiguren kriminalisiert und letztlich den Tod des einen zu verantworten hat.»

Lexikon des int. Films

 

«‹Ich liess die Kamera auf die Strassen hinaus›, sagte Vittorio De Sica, ‹ich habe das nackte Gesicht der Armut gezeigt, das Gesicht des Leidens in Italien nach dem Krieg.› Die zerbombten Ateliers der Cinecittà-Studios und die Heldenmythen des Faschismus, die sich von selbst zerstört hatten: Erstmals nach Jahren stand nichts mehr im Weg, die soziale Wirklichkeit und das sich darbietende Leben ohne Versteckspiel abzubilden. Sciuscià ist Zeugnis eines unbändigen neuen Verlangens, Realität auch dort zu zeigen, wo sie das Auge entsetzt. Die Chronik zweier Schuhputzerbuben, ihrer vergeblichen Träume, ihres Scheiterns ist zugleich die Chronik der moralischen und materiellen Narben, die der Zweite Weltkrieg geschlagen hat.»

Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Januar 2015