SÁTÁNTANGÓ
| Samstag | 24.01.2026 | 14:00 | * | TICKET |
* 7 ½ Stunden Film, mit zwei Pausen und Stärkung an der Bar
Ungarn, Deutschland, Schweiz 1994
439 Min. Sw. 35 mm. OV/d
Regie: Béla Tarr
Buch: László Krasznahorkai, Ágnes Hranitzky, Béla Tarr
Kamera: Gábor Medvigy
Schnitt: Ágnes Hranitzky
Musik: Mihály Vig
Mit: Mihály Vig, Putyi Horváth, László feLugossy
7 ½ STUNDEN EWIGKEIT: SÁTÁNTANGÓ
Wenn zu Beginn von Sátántangó eine Handvoll Kühe aus einem Stall tritt und über sumpfige Wege durch das menschenleere Dorf stapft, breitet sich die melancholische Grundstimmung des Opus magnum bereits im Kinosaal aus – getragen von ineinander übergehenden Klängen aus Windpfeifen, Muhen, Glockengeläut und der Komposition von Mihály Víg. In den folgenden Stunden und sechs Tango-Schritten vor und sechs zurück werden sich einem ganz bestimmte Bilder tief einprägen. Das Stadtkino Basel zeigt diese einmalige Kinoerfahrung auf einer gut erhaltenen, raren 35mm-Filmkopie mit einer 15- und einer 30-minütigen Pause um 16:15 und 18:30 Uhr. Für Stärkung sorgen an der Bar Suppe und Süsses.
«Ein Monument des zeitgenössischen Kinos» Arsenal
«In einem abgelegenen Dorf im Herzen der ungarischen Ebene kämpfen die Bewohner täglich gegen den Wind und den unaufhörlichen Herbstregen. Auf dem verfallenen und verlassenen Kollektivbauernhof brodelt die Gerüchteküche, als die Rückkehr zweier Männer, die als tot galten, bekannt wird. Von dieser Nachricht erschüttert, sehen einige Bewohner darin die Ankunft eines Messias, andere die des Satans …» Grütli Cinema
«Mit László Krasznahorkai ehrt die Schwedische Akademie in diesem Jahr einen Schriftsteller, der sich dem schnellen Lesen konsequent verweigert. Der 1954 im ungarischen Gyula geborene Autor ist ein Meister der Langsamkeit, der Intensität, des gedanklichen Strudels. Seine Sätze winden sich über Seiten, seine Bücher sind schwer, düster, fast apokalyptisch. Für viele ist Krasznahorkai der letzte grosse Metaphysiker der europäischen Literatur – einer, der die Welt nicht beschreibt, sondern seziert. (…) Bekannt wurde er in den achtziger Jahren, in einer Zeit, in der Ungarn noch unter der erstarrten Spätphase des Kommunismus stand. Schon sein Debüt Sátántangó (1985) (…) war eine Zumutung im besten Sinne. In einer verfallenden Dorfgemeinschaft entfaltet sich ein Albtraum von Schuld, Hoffnung und Verlorenheit. Das Buch besteht aus Sätzen, die sich winden, kreisen, schrauben – wie Gedanken, die keinen Ausweg finden. Spätestens mit der monumentalen Verfilmung durch Béla Tarr, die 1994 mit einer Laufzeit von über sieben Stunden Filmgeschichte schrieb, wurde Krasznahorkai zu einem Kultautor.» Sebastian Schmitt, Quotenmeier
«Er sucht die Wahrheit in einer Welt der Verlogenheit, dokumentiert die kosmische Schlamperei, das Leben am Rande der Gesellschaft und letzte Reste von Licht in der Dämmerung. Je mehr in einem Film passiert, sagt Tarr, desto weniger sehen wir von der Welt und umso mehr Filme müssen wir uns anschauen bis zum Erblinden.» Erika Achermann, Tages Anzeiger, 24. 3.1995










