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Radu Jude's Kurzfilme


Montag 04.03.2024 18:15 * TICKET

* Kurzfilmprogramm und anschliessendes Gespräch mit Clea Wanner (Slawistin) und Irina Hrinoschi (Dokumentarfilmemacherin)

 

THE TUBE WITH A HAT 
Rumänien 2003, 25 Min., Farbe, Digital HD, OV/e 

Regie: Radu Jude

 

SHADOW OF A CLOUD 
Rumänien 2013, 30 Min., Farbe, DCP, OV/e 

Regie: Radu Jude

 

THE MARSHAL’S TWO EXECUTIONS 
Rumänien 2018, 10 Min., sw., DCP, OV/e 

Regie: Radu Jude

 

POTEMKINISTII 
Rumänien 2022, 18 Min., Farbe, DCP, OV/e

Regie: Radu Jude

 

Radu Jude stuft seine Kurzfilme als genauso wichtig ein wie seine langen Werke. Das mag auch am durchschlagenden Erfolg seines frühen Films The Tube with a Hat (2003) liegen, der ihm den Weg für seine Regiekarriere ebnete. Ein subtiles und nüchternes Psychodrama über Armut, Hoffnung und Liebe: Ein Vater und sein kleiner Sohn ziehen mit einer schweren Last – einem reparaturbedürftigen Fernseher – aus ihrem ländlichen rumänischen Zuhause in die Stadt. Shadow of a Cloud (2013) spielt an einem trüben Tag in Bukarest: Ein Priester soll einer Sterbenden die letzte Ölung erteilen. Doch nicht alle sind mit seinem Besuch zufrieden. Genauso wie die Betrachtung der Gegenwart mit Sinn für Menschen und für Komik, nutzt Radu Jude die kurzen Werke für die Auseinandersetzungen mit der Vergangenheit. In The Marshal’s Two Executions (2018) konfrontiert er dokumentarische Aufnahmen der Hinrichtung des faschistischen Diktators Ion Victor Antonescu im Jahr 1946 mit nachgestellten Szenen aus einem Spielfilm Jahre später. Mit gewohnt hintersinnigem Witz denkt Jude in seinem jüngsten Kurzfilm Potemkinistii (2022) über das Verhältnis Rumäniens zu Russland nach: Hoch über einer idyllischen Landschaft thront ein Monument aus kommunistischer Zeit, zu dem ein Bildhauer mit einer Frau aus dem Kulturministerium hochklettert – in der Hoffnung auf Finanzierung seines nächstes Werkes.

 


Radu Judes Kurzfilme sind düster-komische Gedankenspiele und hintersinnige Auseinandersetzungen mit der rumänischen Geschichte und Gegenwart. Sie werden auf unzählige Festivals eingeladen und mit Preisen ausgezeichnet. Die Slawistin Clea Wanner und die Dokumentarfilmemacherin Irina Hrinoschi beleuchten im Gespräch zusammen mit dem Publikum Radu Judes Standpunkte und die Machart der kurzen Werke.