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Filmbild
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Nanook of the North


Donnerstag 21.10.2021 18:30 *

* Mit Live-Musikbegleitung. Am Klavier: Günther Buchwald.

USA 1922

70 Min. DCP. s/w

 

Regie: Robert J. Flaherty

Buch: Frances H. Flaherty, Robert J. Flaherty

Kamera: Robert J. Flaherty

Schnitt: Robert J. Flaherty, Charles Gelb

Mit: Allakariallak, Nyla, Cunayou, Allee, Allegoo

«Der Dokumentarfilmer Robert J. Flaherty verbrachte in den 1920er Jahren mehrere Monate im hohen Norden Kanadas, um den Inuit Nanook und seine Familie mit der Kamera zu begleiten. Sein Film zeigt den Alltag der Inuit in einer ebenso grandiosen wie gefährlichen Natur mit extrem kalten Wintern und kurzen Sommern. Flaherty drehte, als es noch keine Regeln für dieses Genre und überhaupt nur ganz wenige Dokumentarfilme gab; sicherlich keinen, der so weit nördlich gedreht wurde. Wir wissen, dass Nanook ausgesucht wurde, weil er der berühmteste aller Jäger in seinem Distrikt war. Und dass weder die Frauen noch die Kinder seine eigenen Kinder waren. Nanook ist nicht ‹cinéma vérité›. Und ist es doch: Der Film ist ein authentischer Dokumentarfilm, der die Entstehung seiner selbst zeigt. Was auf der Leinwand passiert, ist real, egal, was sich dahinter abgespielt hat. […] Nanook ist eines der lebendigsten und unvergesslichsten menschlichen Wesen, die jemals auf Film aufgenommen wurden.»  

Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 25.9.2005

 

«Sein kreativer Umgang mit der Realität entsprach ganz John Griersons Konzept des Dokumentarfilms, und für Sergei Eisenstein hatte Nanook einen grossen Einfluss auf die sowjetische Filmrevolution, weil der Film sich bahnbrechend auf seinen Inhalt und auf das Nebeneinander der Bilder verliess – um filmisch eine Idee zu verfolgen, ansattt auf lineare Verknüpfungen erzählerischer Ereignisse zu setzen. Flaherty wählte seine Darsteller bewusst aus und entwickelte Szenen, um die Härte des Kampfes von Nanook mit seiner abweisenden Umgebung zu vermitteln. Dabei arbeitete Flaherty nach den Prinzipien der Inuit-Kunst, nach denen der Geist eines Artefakts beim Machen selbst entsteht und nicht ein Ergebnis eines vorgefertigten Plans ist. Folglich bleibt Nanook bemerkenswerte Filmkunst und steht für eine humanistische Anthropologie, die viele Filme wie Die Geschichte vom weinenden Kamel beeinflusst hat.» 

David Parkinson, Empire, 2003