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Le Bon Film

 
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Stills  |  Trailer 

Moffie


Donnerstag 05.11.2020 21:00 *
Sonntag 08.11.2020 17:45
Donnerstag 12.11.2020 18:30
Montag 16.11.2020 18:30
Freitag 20.11.2020 21:15
Montag 23.11.2020 18:30

* Schweizer Premiere

Südafrika 2019

103 Min. Farbe. DCP. OV/d

 

Regie: Oliver Hermanus

Buch: Oliver Hermanus, Jack Sidey, nach einem Roman von André Carl van der Merwe

Kamera: Jamie D Ramsay

Schnitt: Alain Dessauvage, George Hanmer

Musik: Braam du Toit

Mit: Kai Luke Brummer, Ryan de Villiers, Matthew Vey, Stefan Vermaak, Hilton Pelser

«Südafrika 1981, zur Zeit der Apartheid: Wie alle weissen jungen Männer muss auch Nicholas Van der Swart seinen zweijährigen Militärdienst leisten, um das Regime vor der Bedrohung durch den Kommunismus und die ‹Schwarze Gefahr› zu verteidigen. Dass Nicholas schwul ist, darf niemand wissen, denn wer in der Truppe als ‹moffie› erkannt ist, wird brutal schikaniert und gequält. Doch dann verliebt sich Nicholas in seinen Kameraden Dylan …»

Salzgeber & Co. Medien GmbH

 

«In drastischer Überdeutlichkeit zeichnet Oliver Hermanus das Porträt einer abgeschotteten Welt toxischer Männlichkeit: Moffie spielt auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs 1981 in einem Ausbildungslager der südafrikanischen Armee, wo junge Wehrpflichtige systematisch gedemütigt und gedrillt werden. Sie werden mit antikommunistischen, oft paranoiden Parolen indoktriniert und auf den Einsatz im Grenzkrieg mit Angola vorbereitet. Die brutalsten Schikanen erwarten die jungen Rekruten, wenn sie von den Ausbildern als zu feminin oder gar homosexuell erachtet werden. (…) In einer Mischung aus dem brutalen Naturalismus des Anti-Vietnamkriegs-Films Full Metal Jacket (1987) von Stanley Kubrick und der ästhetisierten Drill-Studie Beau Travail (1999) von Claire Denis schildert Hermanus mit starken, von dissonanten Klängen unterlegten Bildern eine Welt, die André Carl van der Merwe in seiner autobiographischen Vorlage schon im ersten Satz als ‹Hölle› benannte.»

Konrad Kögler, Das Kulturblog, 6.9.2020

 

«Wie bei Claire Denis in ihrem Film Beau Travail aus dem Jahr 1999, einer Umarbeitung der Homoerotik von Billy Budd in den Kontext der französischen Fremdenlegion, bezieht sich Hermanus direkt auf die Schönheit männlich gelesener Körper. (…) Die meiste Zeit ist die gezeigte Körperlichkeit einschüchternd und gewalttätig, und dennoch kann sie eine überwältigende Erscheinung von unbeschwerter Schönheit sein, die, gerade aufgrund der gezeigten Gewalt, auf eine verbotene und unfassbare Weise noch schöner ist. Wir sind es gewohnt, über toxische Männlichkeit zu sprechen – und natürlich ist die Männlichkeit dieses Films meistens sehr toxisch. Aber dann – fast wie ein reflektierendes Objekt, das, um das Licht einzufangen, um den Bruchteil eines Zentimeters gedreht wird – wird die Männlichkeit ungiftig; sie wird aufgeladen mit Schönheit und Erotik und Zärtlichkeit.»

Peter Bradshaw, The Guardian, 23.4.2020

 


 

Oliver Hermanus
Oliver Hermanus wurde 1983 in Kapstadt geboren. Er studierte Film an der London Film School. Für seine Filme wurde er weltweit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Debütfilm Shirley Adams wurde 2009 im Wettbewerb von Locarno uraufgeführt. Sein zweiter Film Skoonheid lief 2011 in Cannes in der Reihe «Un Certain Regard» und wurde mit der Queer Palm ausgezeichnet. Sein dritter Film The Endless River feierte Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig – und war der erste südafrikanische Film, der jemals in den dortigen Wettbewerb eingeladen wurde. Moffie ist Hermanus’ vierter Film.