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Matthäuspassion


Muke po Mati

Jugoslawien 1975

104 Min. Farbe. 35mm. Skr/d

 

Regie: Lordan Zafranović

Buch: Mirko Kovač, Lordan Zafranović

Kamera: Karpo Godina

Schnitt: Josip Joja Remenar

Mit: Boris Cavazza, Alicia Jachiewicz, Božidarka Frajt, Mirko Boman, Hermina Pipinić

«Matthäuspassion ist das tragische Epos zweier Brüder aus dem dalmatinischen Hinterland, die in der grossen Stadt (Split) ihr Glück versuchen. Tief in der patriarchalischen Kultur des Mittelmeers verankert, herrscht im Hintergrund die verwitwete Mutter, die aus der Höhe ihres steinigen Dorfes jeden Schritt ihrer Söhne kontrolliert. Mate (Matthäus) arbeitet in der städtischen Schiffswerft und wird von seinem Vorgesetzten gefördert, der ihn im werfteigenen Boxclub zum Champion aufbaut. Sein jüngerer Bruder Luka will als Gastarbeiter nach Deutschland gehen, scheitert jedoch am Widerstand der Mutter.
Entfernt an Viscontis Rocco e i suoi fratelli erinnernd, erkundet der Film die seelischen Wunden der dalmatinischen Nachkriegsgesellschaft. Das erste abendfüllende Projekt des Erfolgsduos Lordan Zafranović und Mirko Kovač basiert auf Kovačs Erzählung ‹Mate Đapić, teškaš›. Es speist sich aus dem Kontrast zwischen der Schiffswerft, Symbol der Hoffnung auf Fortschritt und zugleich industrieller Trostlosigkeit, und dem Dorf hoch oben in den Bergen, das für Unschuld und Armut steht. Die Zensur griff den Film wegen seiner sozialkritischen Darstellung und seiner religiösen Symbolik heftig an und verbot dessen Export. Am jugoslawischen Filmfestival von Pula erhielt er den Publikumspreis.»

Nataša Mišković, Universität Basel