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Filmreihe: Kurosawas Meisterjahre

 
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Madadayo


Japan 1993

134 Min. Farbe. DCP. Jap/d

 

Regie: Akira Kurosawa

Buch: Akira Kurosawa, nach einer Kurzgeschichte von Hyakken Uchida

Kamera: Takao Saitô, Shôji Ueda

Schnitt: Akira Kurosawa

Musik: Shinichirô Ikebe

Mit: Tatsuo Matsumura, Hisashi Igawa, George Tokoro, Masayuki Yui, Akira Terao

«Der Deutschprofessor Hyakken Uchida wird von den Studierenden über alle Massen verehrt. Es kommt der Tag, an dem er ihnen mitteilt, dass er sich von der Lehrtätigkeit zurückziehen werde. Akira Kurosawa inszeniert einen Reigen des Lebens wie ein grosses Klassentreffen. Darin werden die Vergangenheit und die Lebensgeschichte des Lehrers und seiner Frau aufgerollt, anfangend beim Zweiten Weltkrieg bis hinein in die gegenwärtigen 1960er-Jahre. Der Altmeister schildert in seinem letzten Werk, wie das Haus des Lehrers von Bomben zerstört wurde und die zu Wohlstand gekommenen ehemaligen Schüler ihm und seiner Frau halfen. An den jährlichen Treffen wird der Professor, der nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit Essays und Gedichte verfasst, gefeiert. Über die Jahre verändern sich die Umstände dieser Feier, doch ihr Charakter bleibt erhalten. Ebenso das zentrale Ritual dieser Feiern: Die Schüler fragen Uchida: ‹Maāda kai?› (Fertig?), und er antwortet mit ‹Maāda dayo!› (Noch nicht!).»

trigon-film

 

«Ein halbes Jahrhundert nach Kurosawas Debüt: der letzte Film, gedreht von einem Mann von 83 Jahren. Ruhig, langsam, wechselnd zwischen dunkel und heiter. Etüde über ein Thema, das bei Künstlern mit absehbarer Lebensfrist naheliegt und meist gemieden wird: Alter, die Nähe zum Sterben. Kurosawa auf den Spuren John Fords, der, über Jahrzehnte hin, zuletzt besessen, den Verlust der Jugend und das Scheitern in seinen Filmen besungen hat. Madadayo, auf Japanisch ‹ganz und gar noch nicht› bedeutend, wird als Antwort auf die Frage erwidert, ob man bereit zum Abschied sei.»

Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Dezember 2005