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Filmreihe: Raoul Peck

 
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L'Homme sur les quais


F/CDN/HAI/D 1993

106 Min. Farbe. 35 mm. F/Hait/d/f

 

Regie: Raoul Peck

Buch: Raoul Peck, André Grall

Kamera: Armand Marco

Schnitt: Jacques Comets

Musik: Amos Coulanges, Dominique Dejean

Mit: Jennifer Zubar, Toto Bissainthe, Patrick Rameau, Jean-Michel Martial, Mireille Metellus

«Eine haitianische Provinzstadt in den 60er-Jahren. Willkür und Terror sind feste Bestandteile des Alltags. Die etwa achtjährige Sarah lebt mit ihrer Tante und älteren Schwestern im Haus der Grossmutter, die ein kleines Konfektionsgeschäft betreibt. Sarahs Vater war als Offizier in Ungnade gefallen und flüchtete ins Exil. Sein einstiger Gegenspieler Janvier, der Ortskommandant der ‹Tonton Macoutes›, der berüchtigten paramilitärischen Einheiten, lässt die verbliebene Restfamilie immer wieder seine Macht spüren. Als sich die Frau des Kommandanten bei einem Schuhkauf im Laden der Grossmutter nicht angemessen behandelt fühlt, veranlasst sie die Entladung der latenten Bedrohung.»
Claus Löser, FILMDIENST.de

 

«Nicht die grossen Ereignisse, nicht der grosse politische Lärm interessieren Peck. Er konzentriert sich auf die kleinen Gesten der Protagonisten im sonnendurchfluteten und verstaubten Dorf seiner Handlung. Die Perspektive des Kindes, aus der heraus er erzählt, ist ihm natürlich nützlich. Der Blick des Kindes, der hier vor allem der Blick des Mädchens auf die Strasse, ins Freie, in die nächste Welt draussen vor der Tür ist, ist gleichzeitig auch der Blick, der das Leben des Kindes verändern wird, denn da draussen spielen sich Dinge ab, die es so leicht nicht verarbeiten kann und will. L’Homme sur les quais ist zwar auf Haiti angesiedelt (und in der Dominikanischen Republik gedreht) – er könnte aber überall dort spielen, wo Militärköpfe die Macht übernommen haben.»
Walter Ruggle, trigon-film