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Filmreihe: Adèle Haenel

 
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L’Apollonide (Souvenirs de la maison close)


Samstag 31.08.2019 22:15
Montag 02.09.2019 18:30
Samstag 07.09.2019 15:00

Frankreich 2011

136 Min. Farbe. DCP. F/d

 

Regie: Bertrand Bonello

Buch: Bertrand Bonello

Kamera: Josée Deshaies

Schnitt: Fabrice Rouaud

Musik: Bertrand Bonello

Mit: Noémie Lvovsky, Hafsia Herzi, Céline Salette, Adèle Haenel, Jasmine Trinca

«Im Jahr 1899 wird eine junge Frau aus der Provinz in ein Pariser Edelbordell aufgenommen und in dessen Verhaltensregeln eingewiesen. Die historische Rekonstruktion beschreibt im Gewand eines Kostümfilms den Alltag in der scheinbar hermetischen Innenwelt, wobei jeder Anschein weiblicher Autonomie durch die Abhängigkeitsverhältnisse konterkariert wird. Ein opulentes Sittengemälde als Abgesang auf die Belle Epoque, der mit dem Métro-Bau die Modernisierung der Metropole und mit dem Kino einen neuen Weg der Wunsch-Ökonomie andeutet.»

Lexikon des int. Films

 

«Kann einem Film, der ins Bordell geht, die schweren roten Samtvorhänge zuzieht und für einige Zeit die Frauen bei der Arbeit betrachtet, die Quadratur des Kreises gelingen? Kann er von der tristen Ökonomie der Körper erzählen und dabei noch schön, ja sogar wunderschön sein? Tatsächlich ist Bertrand Bonellos L’Apollonide (Souvenirs de la maison close), der in einem Pariser Luxusbordell gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts spielt, ein höchst ästhetisches Werk. (...) Bonellos Film verfolgt kein moralisches Ziel, ja nicht einmal ein narratives. Seine seltsame Schönheit zieht er aus der Gegenwärtigkeit, die er dem Alltag der Huren verleiht. Das Kolorit und die Textur der Jahrhundertwende bricht er mit Splitscreens auf, nimmt sich heraus, den Frauen den Soul eines Moody-Blues-Songs zu schenken. In einer hypnotischen Szene tanzen sie selbstversunken zu ‹Nights in White Satin›. Es ist ein grossartiger Moment, in dem es dem Kinobild gelingt, den Figuren jene Freiheit zu geben, die ihnen ihre Wirklichkeit verwehrt.»

Anke Leweke, Die Zeit, 19.4.2012