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Spezialprogramm: Art Basel

 
Filmbild
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Kurzfilmprogramm: Collective Mythologies


46 Min. E

 

Als Harald Szeemann in den 1960er-Jahren den Begriff der «Individuellen Mythologien» prägte, geschah dies vor allem in dem Bereich der damals männlich besetzten Konzeptkunst. Das Kurzfilmprogramm Collective Mythologies zeigt, was sich zeitgenössiche Künstler/innen unter Mythologien vorstellen, nämlich eine Ritualkunst, die das Wissen der Vorfahren durch den Körper überträgt und gruppendynamische Züge annehmen kann.

 

Apariciones/Apparitions
Carolina Caycedo, 2018, 9 Min.

 

Die Huntington Library bei Los Angeles ist Schauplatz einer Tanzchoreografie, die die afrobrasilianische «Orisha» (=Göttin) Oxúm ehrt, die als Symbol für Wasser, Erotik und Fruchtbarkeit steht. Caycedo führt die Gegensätze zwischen dem auf dem Prinzip der westlichen Moderne aufgebauten Archiv und dem des rituellen Tanzes in einem sinnlichen und visuell barocken Film zusammen.

 

 

Thunderbird
Christine Rebet, 2018, 5 Min.

 

Rebet nimmt die über 4000 Jahre alte mesopotamische Legende des Donnervogels auf, um eines der ältesten, allerdings in der zeitgenössischen Kunst unterschätzten Mediums zu zelebrieren: den Ton. Der aus 2500 Zeichnungen bestehende Animationsfilm nimmt die Wandelbarkeit des Tons auf, welcher als Schlamm, Skulptur und Schrifttafel zugleich immer wieder neugestaltet – und neu gelesen – werden kann.

 

 

Sojourner
Cauleen Smith, 2018, 22 Min.

 

Vor dem augenscheinlichen Vordergrund einer Versammlung von in afro-futuristischen Kostümen ausstaffierten schwarzen Frauen bringt Cauleen Smith Zitate der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung an: allen voran die weltberühmte Abolistin Sojourner Truth, die dem Film seinen Titel leiht, aber auch vielen anderen wichtigen Personen und Orten des Civil Rights Movements, wie Rebecca Cox Jackson, Gründerin der ersten schwarzen Shakergruppe, den Jazzmusikerinnen Alice Coltrane und Sun Ra und die Watts Towers von Sabato Rodias in Watts, Los Angeles, ein symbolischer Ort in der Geschichte des Rassismus in den USA.

 

 

Körperskulpturen
Rebecca Horn, 1970–73, ca. 10 Min.

 

Es wird eine Auswahl von verschiedenen Performances Dokumentationen gezeigt, die jene in der Ausstellung «Rebecca Horn. Körperphantasien» im Museum Tinguely (5. Juni – 22. September 2019) ergänzen.