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Le Bon Film

 
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Stills  |  Trailer 

In the Name of Scheherazade or the First Beer Garden in Tehran


Mittwoch 05.02.2020 18:30 *
Montag 17.02.2020 18:30
Sonntag 23.02.2020 13:00 TICKET
Montag 24.02.2020 18:30 TICKET
Samstag 29.02.2020 22:15 TICKET

* Mit anschliessendem Gespräch mit Narges Kalhor

Deutschland 2019

76 Min. Farbe. DCP. D/E/Fa/d

 

Regie: Narges Kalhor

Buch: Narges Kalhor, Aydin Alinejadsomeeh

Kamera: Julia Swoboda

Schnitt: Frank J. Müller

Musik: Yorgia Karidi

Mit: Ali Abusaiedi, Tahmineh Dokhani, Faezeh Nikoozad, Narges Kalhor, Mahnas Sarwari

«Hereinspaziert, hereinspaziert in eine Dokumentarfilmkomödie, die ihresgleichen sucht! Eine junge Filmstudentin aus dem Iran soll einen Film machen, der eine Geschichte aus ihrer Kultur erzählt. Aber alles, was sie ihrem Professor an der Filmhochschule vorschlägt, erscheint ihm nicht verständlich genug. So verfällt die junge Frau schliesslich der Idee, die Weisheit der grössten Erzählerin aus dem Orient zu Rate zu ziehen: Scheherazade. Es entsteht eine allegorische Fortsetzungsgeschichte als Schattentheater, in dem sich mehrere Erzählstränge spiegeln. Da ist zum Beispiel ein syrischer Jugendlicher, der in der Befragung durch die deutschen Behörden fürchten muss, sein Visum könnte mangels nachweisbarer Gewalterfahrungen nicht verlängert werden, oder eine iranische Frau, die in München Brauereiwesen studierte und nun die Idee hat, den ersten Biergarten in Teheran zu eröffnen. Gemeinsam ist den jungen ProtagonistInnen des Films, dass sie die Erwartungen, die aufgrund ihrer kulturellen Herkunft in Deutschland an sie gestellt werden, nicht erfüllen. Immer ist etwas unpassend. Das Scheitern wird zu ihrem Leitmotiv – fast wie im Slapstick: Das Scheitern von Integration ebenso wie das Scheitern der absurden Biergartenidee an den iranischen Behörden oder das drohende Scheitern der Filmerzählung selbst. Narges Kalhor balanciert auf einem schmalen Grat wie Scheherazade und bringt mit hintergründigem Humor und einem Feuerwerk erzählerischer Kreativität die Fragwürdigkeit und Absurdität unseres multikulturellen Daseins zum Leuchten.»

Kasseler Dok Fest 2019

 

«Ich fühle mich als Filmemacherin unter Druck gesetzt: Als iranische Regisseurin soll ich Filme über mein exotisches Herkunftsland machen, verlangt mein Produzent. Ich versuche also, ihn mit dokumentarischen, ‹orientalischen› Geschichten zufriedenzustellen. Nach zwei Vorschlägen findet er das Porträt der ersten iranischen Bierbrauerin, die den ersten Biergarten in Teheran gründen möchte, exotisch genug. Der Film scheitert dann aber an iranischen Behörden.»

Narges Kalhor

 

«Doch ist ihr Film, den sie nun zum Abschluss ihres Studiums fertiggestellt hat, überhaupt eine Dokumentation? Die Antwort fällt so eindeutig nicht aus. Was kein Nachteil sein muss. In the Name of Scheherazade oder der erste Biergarten in Teheran ist nämlich vieles zugleich: eine kluge Meditation über das Filmemachen, eine hintergründige Auseinandersetzung mit den Begriffen Heimat und Fremde, ein nachdenklicher Film über Vorurteile und kulturelle Ignoranz, aber vor allem auch ein witziger Film über all diese Phänomene zusammen.»

Jochen Kürten, Deutsche Welle, 1.11.2019

 


 

Narges Kalhor
Geboren 1984 in Teheran, Iran. Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in Teheran. Als sie 2009 mit ihrem systemkritischen Kurzfilm Darkhish aus dem Iran nach Nürnberg zum Internationalen Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte kommt, muss sie in Deutschland politisches Asyl beantragen. Seit 2010 Studium Dokumentarfilmregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. In the Name of Scheherazade or the First Beer Garden in Tehran ist ihr Abschlussfilm.