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Filmreihe: Paolo e Vittorio Taviani

 
Filmbild
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I sovversivi


Italien 1967

93 Min. sw. 35 mm. I/e

 

Regie: Paolo Taviani, Vittorio Taviani

Buch: Paolo Taviani, Vittorio Taviani

Kamera: Gianni Nazisi, Giuseppe Ruzzolini

Schnitt: Franco Taviani

Musik: Giovanni Fusco

Mit: Giulio Brogi, Ferruccio De Ceresa, Lucio Dalla, Marija Tocinoski, Fabienne Fabre

«Palmiro Togliatti ist tot – für viele Kommunisten war das so, als hätten sie ihren Vater verloren. Für vier davon muss sich nun (stellvertretend) etwas Grundlegendes im Leben ändern: Ettore, ein venezolanischer Revolutionär im italienischen Exil, will seine Heimat wiedersehen (wofür er die wohlhabende Geliebte verlässt); Ludovico, ein schwer kranker Filmemacher, will sein Werk über Leonardo da Vinci vollenden; Giulia, die Gattin eines Parteifunktionärs, will ihre Lust auf Frauen (mit einer Verflossenen des Herrn Gemahls) endlich ausleben; Ermanno schliesslich will die Philosophie hinter sich lassen und Fotograf werden. Für die Rolle des Ludovico versuchten die Tavianis Pasolini zu gewinnen, der aber lehnte ab, aus Angst, es könnte in diesem Labyrinth dokumentarisch unterwanderter Spielszenen zu Verwechslungen zwischen seiner Person und seiner Persona kommen.»

Olaf Möller, Österreichisches Filmmuseum, Februar 2009

 

«Am Beispiel von vier fiktionalen Einzelporträts demonstrieren die Brüder Taviani unterschiedliche Reaktionsweisen der italienischen Linken auf den Tod ihres Führers Togliatti im Jahre 1964: ein facettenreiches Puzzle, in dem Ratlosigkeit und Hoffnung, Resignation und Neubeginn, Larmoyanz und kritische Selbstbesinnung unmittelbar miteinander konfrontiert werden. Unter Verzicht auf didaktische Besserwisserei offeriert der Film umfangreiches Anschauungsmaterial zur italienischen Politik und Gesellschaft der späten 60er-Jahre. Ein auch in seiner Gestaltung sehr interessanter Film, der durch seine schnellen Schnitte ungeheure Rasanz erhält.»

Lexikon des int. Films