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Filmreihe: Larissa Schepitko

 
Filmbild
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Hitze (Snoj)


Sonntag 06.10.2019 15:45
Montag 14.10.2019 18:30 *
Sonntag 27.10.2019 13:15 TICKET

* Mit einer Einführung von Anna Keller (Studentin am Slavischen Seminar der Universität Basel)

UdSSR 1963

75 Min. sw. 35 mm. Russ/d

 

Regie: Larissa Schepitko

Buch: Iosif Olschansky, Irina Powolotskaja, Larissa Schepitko, nach einem Roman von Tschingis Aitmatow

Kamera: Wladimir Archangelski, Juri Sokol

Schnitt: Lew Felonow

Musik: Roman Ledenew

Mit: Bolotbek Schamschijew, Nurmuchan Shanturin, Klara Jusupshanowa, Kumbolot Dosumbajew, Darkul Kujukowa

«Snoj entstand unter schwierigsten klimatischen Bedingungen in der kirgisischen Steppe und erzählt nach Tschingis Aitmatows Romanvorlage ‹Das Kamelauge› von den ernüchternden Erfahrungen eines jungen Mannes beim geplanten Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung. Der 17-jährige Kemel kommt nach Ende seiner Schulzeit in die Steppe von Kones-Anrachai, um einer Brigade bei der Gewinnung von Neuland zu helfen. Sein Idealismus und unbedingter Glaube an die Machbarkeit des Vorhabens kollidieren mit der abgeklärten Haltung des Traktoristen Abakir, der seine Vorrangstellung durch die Ankunft des Jüngeren bedroht sieht. Ein poetischer ‹Eastern› mit Anlehnungen an Dowschenko und zugleich eine subtile Satire auf Chruschtschows in den 50er-Jahren gescheiteres Experiment, ‹Neuland› in Zentralasiens Steppen zu gewinnen.»

Kino Arsenal Berlin, Januar 2013

 

«Larissa Schepitkos Diplomfilm, der zugleich ihr erster abendfüllender Film war, zeugt von dem Einfluss ihres Lehrers Dowschenko, des Schöpfers des wunderbaren Stummfilms Erde. Hier wie dort die Hoffnung auf die Harmonie von Technik, Mensch und Natur, das Vertrauen in die Kraft der Jugend. (...) Der Film wurde von der 25-jährigen Regisseurin in der kirgisischen Steppe – 80% der Einstellungen sind Aussenaufnahmen – unter extrem schwierigen Bedingungen gedreht; das jugendliche Team filmte bei über 40 Grad im Schatten, der Etat war winzig, die Ausrüstung des eben neu gegründeten kirgisischen Studios kläglich. Die Regisseurin kannte das islamisch geprägte Land nicht. Nachdem sie an Gelbsucht erkrankte, liess sie sich auf einer Bahre in die Steppe tragen. Entstanden ist ein heute noch lebendiger, teils poetischer, teils realistischer Schwarz-Weiss-Film, ein mehrfach prämierter Klassiker des zentralistischen Kinos über den Generationenkonflikt unter Chruschtschow. David siegt über Goliath. Die während des Tauwetters herangewachsene Jugend entmachtet die durch den Stalinismus deformierten Älteren.»

Felicitas von Nostitz, in: «Sowjetische Regisseurinnen des Kinospielfilms», Mitteilungen des Instituts für Wissenschaft und Kunst 3/1990, Wien