schliessen

zurück

 
Filmbild
Filmbild
Filmbild
Filmbild
 

Götter der Pest


Donnerstag 04.11.2021 20:15  

Deutschland 1970

91 Min. sw. DCP. D

 

Regie: Rainer Werner Fassbinder

Buch: Rainer Werner Fassbinder

Kamera: Dietrich Lohmann

Schnitt: Franz Walsch alias Rainer Werner Fassbinder, Thea Eymèsz

Musik: Peer Raben

Mit: Hanna Schygulla, Margarethe von Trotta, Harry Baer, Günther Kaufmann, Carla Aulaulu

«Der wortkarge Franz Walsch wird nach einer längeren Haft aus einem Münchner Gefängnis entlassen – ‹bis zum nächsten Mal›. Nicht so recht wissend, was er hier draussen machen könnte, wo es nicht viel anders als drinnen ist, sucht er alte Bekannte auf. Johanna, seine ehemalige Freundin und Nachtclubsängerin, beispielsweise, mit der er aber eigentlich schon länger nichts mehr zu tun haben will. So verbringt er alsbald mit Margarethe eine Nacht im Hotelzimmer. Er verliebt sich in sie, während sein Bruder Marian auf Befehl hin von seinem besten Freund erschossen wird. Auf dem Bauernhof des alternden Gangsters Joe plant er zusammen mit Günther, einem alten Freund, einen Überfall auf einen Supermarkt.»

Kino Xenix

 

«Götter der Pest gehört zu jenen Frühwerken Fassbinders, in denen er an den Film noir anknüpfend den Gangsterfilm zum Ausgangspunkt einer ‹einfachen› Geschichte nimmt, die von ‹einfachen› Menschen erzählt, die sich ‹einfach› aus ihrem Milieu nicht lösen können. Doch schon in diesen frühen Filmen werden die ‹großen› Themen der späteren, den Melodramen von Douglas Sirk ähnelnden Filme wie etwa die der so genannten ‹BRD-Trilogie› angedeutet: die Unmöglichkeit einer Liebe frei von Zwängen, Fassbinders (Ver-)Zweifeln daran, die Geschlechterbeziehungen, in denen Frauen oft stärker als Männer sind – und auch sensibler für alles Mögliche –, und, wenn man so will, auch die fast schicksalhafte Verstrickung von Personen in die Geschichte und die Verstrickung der Geschichte in die Personen, die Analogie zwischen Geschichte und Biografie.»   

Ulrich Behrens, filmzentrale.com

 


 

--abgesagt-- 

Harry Baer - Sein Leben mit und ohne Fassbinder

MI 17.11.21 18:15

Inklusive Filmvorfühung von Götter der Pest vor dem Gespräch

 

Mit 21 Jahren stösst Harry Zöttl als Schlagzeuger zum Antitheater von Rainer Werner Fassbinder. Von ihm bekommt er seinen Namen, Harry Baer, und seine erste Hauptrolle in Götter der Pest (1970). Baer arbeitet vor und hinter der Kamera mit Fassbinder in
18 Produktionen zusammen: als Schauspieler, Regieassistent, Produktionsleiter und künstlerischer Mitarbeiter. Bis zu Fassbinders Tod 1982 bleibt er dem Enfant terrible des deutschen Films eng verbunden. Den Schmerz über den Verlust und die darauf folgende Orientierungslosigkeit schreibt er sich mit dem bewegenden Buch Schlafen kann ich, wenn ich tot bin. Das atemlose Leben des Rainer Werner Fassbinder noch im gleichen Jahr von der Seele. Harry Baer trat in Haupt­ und Nebenrollen u.a. auch in Filmen von Werner Schröter, Hans Jürgen Syberberg, Bernhard Sinkel, Doris Dörrie und in zahlreichen Tatort­-Produktionen auf. Die Journalistin und Kulturredaktorin Noemi Gradwohl begibt sich mit Harry Baer auf eine Zeitreise: Sie wird mit Baer über sein Leben mit und ohne Rainer Werner Fassbinder sprechen. Und vielleicht liest uns Harry Baer auch aus seinem aktuellen Buch vor: Das musste ausgerechnet mir passieren. Mein Leben mit und ohne Fassbinder (2020, belleville).