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Filmreihe: Kurosawas Meisterjahre

 
Filmbild
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Dreams (Yume)


Japan/USA 1990

119 Min. Farbe. 35 mm. Jap/d/f

 

Regie: Akira Kurosawa

Buch: Akira Kurosawa

Kamera: Takao Saitô, Shôji Ueda

Schnitt: Tome Minami

Musik: Shinichirô Ikebe

Mit: Akira Terao, Mitsuko Baishô, Toshie Negishi, Mieko Harada, Mitsunori Isaki

«Acht farbenprächtige, poetische Träume werden zu einer Art Autobiografie Kurosawas verbunden, mit dem eindringlichen Appell, zu den Wurzeln des Lebens zurückzukehren: In der ersten Episode beobachtet der fünfjährige Akira die Hochzeit der Füchse, wird aber von den Tieren entdeckt. Im zweiten Traum erscheinen dem Jungen die Geister von abgeholzten Pfirsichbäumen. Episode drei und vier handeln vom Tod, dem Akira einmal als Soldat und einmal als Bergsteiger begegnet. Seine Reise geht weiter durch Motive van Goghs, zu einem explodierenden Atomkraftwerk, den mutierten Nachkommen der Überlebenden der Katastrophe und dem Dorf der Wassermühlen, dessen Bewohner im Einklang mit der Natur leben.»

Filmmuseum Potsdam

 

«Acht Versionen, wie Kino aussieht, das Visionen erträumt. Yume mag den enttäuschen, der sich eine Umsetzung des Schwebenden, Mehrdeutigen der ‹Traumsprache› in filmische Sprache erwartet. Stattdessen eine Suite handfester, poetischer Kurzfilme, mit deren Hilfe der Künstler durch Ängste, Sehnsüchte, Erfahrungen seines Lebens reist, um sich selbst in wechselnden Gestalten eines Knaben, Jünglings, gereiften Mannes in Traumkontexten zu begegnen. Mit dem Mut eines kindlich gebliebenen Reiters treibt der acht Jahrzehnte alte ‹Tenno› Kurosawa den mit naiver japanischer Künstlichkeit und moderner Tricktechnik gezäumten Gaul Kinematografie dazu an, in den Raum der Imagination überzusetzen. Das Leben – ein Traum. Der Traum – ein Leben. Bestückt zuerst mit Fabelwesen und Feen, dann mit Ausgeburten des Todes und Chimären der Endzeit. Bildfolgen wie bunt strahlendes Märchentheater wechseln mit fahlblau beklemmender Düsternis und brutal grellen Primärfarben der Qual.»

Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Dezember 2005