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Filmreihe: Kurosawas Meisterjahre

 
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Dodeskaden


Samstag 06.10.2018 17:30
Donnerstag 11.10.2018 18:15
Samstag 20.10.2018 17:15

Japan 1970

140 Min. Farbe. DCP. Jap/d

 

Regie: Akira Kurosawa

Buch: Akira Kurosawa, Hideo Oguni, Shinobu Hashimoto, nach einem Roman von Shûgorô Yamamoto

Kamera: Yasumichi Fukuzawa, Takao Saitô

Schnitt: Reiko Kaneko, Akira Kurosawa

Musik: Tôru Takemitsu

Mit: Yoshitaka Zushi, Junzaburô Ban, Kiyoko Tange, Shinsuke Minami, Hisashi Igawa

«Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Bewohnern eines Slums am Rande Tokyos kämpft um das Überleben im Alltag, darunter auch Rokku-chan, ein geistig zurückgebliebener Junge, der in der Illusion lebt, Strassenbahnführer zu sein. Jeden Morgen fährt er seine nichtexistente, dafür aber innig geliebte Bahn – sie ist schon ein etwas älteres Modell und die Wartungsmannschaften lassen sie manchmal links liegen – mit weithin hörbarem ‹dodeskadendodeskadendodeskaden›-Geratter durch die Müllberge. Auf seiner Runde begegnen ihm unter anderem die Familie Sawagami, deren Kinder alle von verschiedenen Männern stammen, weil die Mutter eine hochnäsige Schlampe ist, was den Vater aber nicht davon abhält, jedes einzelne aus tiefstem Herzen zu lieben. Oder die befreundeten Ehepaare Masuda und Kawaguchi, die sich im Suff schon mal in der Haustür und im Partner für die Nacht irren, was ihrer Freundschaft aber keinen Abbruch tut.»

japankino.de

 

«Was Kurosawa zwischen Wellblechhütten, Autowracks und Schutthalden entdeckt und besingt, sind Erniedrigte und Chancenlose: die weggeworfenen, vergessenen, in den Wahnsinn oder ins Groteske getriebenen Existenzen des japanischen Wirtschaftswunders. Dodeskaden, ein Film, den Nippons Kritik der 1960er-Jahre nicht wahrhaben und wahrnehmen will, eine verrückte, zwischen Expressionismus, Melos und Kabarett taumelnde ‹Collage›: Trümmerhaufen aus Episoden und Handlungssplittern, absurden Einaktern, Kyogen-Einlagen, sentimentalen Kapitelfetzen, Vaudeville-Schnipseln und traurigen, tragischen Abfallsdramen des Lebens, in denen auch die Farben ausser Rand und Band geraten sind.»

Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, Dezember 2005