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Filmreihe: Ritwik Ghatak

 
Filmbild
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Der Fluss Subarnarekha (Subarnarekha)


Indien 1962

135 Min. sw. 35 mm. Bengali/d/f

 

Regie: Ritwik Ghatak

Buch: Ritwik Ghatak nach einer Erzählung von Radheyshyam Jhunjhunwala

Kamera: Dilip Ranjan Mukhopadhyay

Schnitt: Ramesh Joshi

Musik: Ustad Bahadur Khan

Mit: Abhi Bhattacharya, Madhabi Mukhopadhyay, Satindra Bhattacharya, Bijon Bhattacharya, Gita De

«Nach Meghe dhaka tara und Komal gandhar der Abschluss von Ghataks fast ‹unabsichtlich› entstandener Flüchtlingstrilogie – und vielleicht sein grösster Film. Der Junggeselle Ishwar verlässt ein Emigrantenkollektiv: Als Angestellter in einer Giesserei will er die Zukunft seiner kleinen Schwester und eines Ziehkinds sichern. Doch gerade aufgrund seiner Fürsorge und Prinzipientreue stürzt er alle ins Unglück: Abbild des bengalischen Schicksals, in dem Heimatlosigkeit die Entwurzelung des Geistes und damit die Tragödie bedingt. Ein sich über Jahrzehnte erstreckendes Familiendrama, das stets im Augenblick lebt; ein Film, dessen ruhigen Fluss heftige, irrlichternde, expressive Dramatisierungen jäh durchbrechen und in dem allergrösste Intimität und globale Ereignisse ganz selbstverständlich ein unruhiges, unausweichliches Miteinander finden müssen – wie im Leben vor der Kinotür.»

Christoph Huber, Österreichisches Filmmuseum, Januar 2015

 

«Die wohlüberlegt eingesetzten künstlerischen Mittel, die epischen Kamerafahrten über die karge, zerklüftete Landschaft etwa oder die lyrischen Gesänge von Ishwars Schwester, die wie ‹Pausenmusik›, wie Meditationsmomente erscheinen, in denen das Geschehen verinnerlicht wird, lassen den dramatischen Einzelfall auf eindrückliche Weise über sich selbst hinauswachsen und zu einer düsteren Parabel über die Flucht vor der Eigenverantwortlichkeit, vor dem Leben schlechthin werden.»

NZZ 9.4.1992