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Spezialprogramm: 100 Jahre Bauhaus

 
Filmbild
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Bauhaus-Blicke: städtisches Leben, soziale Beobachtung und Exil


Mittwoch 22.05.2019 18:30 *

* Mit einer Einführung von Thomas Tode

70 Min.

 

Das Bauhaus wollte nicht l’art pour l’art produzieren, sondern etwas für die Gesellschaft Nützliches, das in eine Massengesellschaft eingreift. Auch soziale Utopien verkörpern etwas Gebrauchsfähiges, wie insbesondere die sozialen Filmreportagen von Bauhäuslern zeigen. Sie gehören zum Besten, was die Weimarer Republik im Dokumentarbereich hervorgebracht hat. Moholy-Nagy zeigt in zwei Stadtporträts, wie in der Grossstadt alle Lebensbereiche ineinandergleiten, gefilmt durch das Geflecht der Marseiller Schwebefähre Pont Transbordeur und vom Berliner Funkturm herab. Er registriert aber auch das Elend der Arbeitermilieus mit lichtlosen Hinterhöfen und monotonen Mietskasernen – und doch spielen hier neugierige, aufgeweckte Kinder, singt eine alte Frau, schlagen sich ambulante Händler vital durchs Leben. Ella Bergmann-Michel begleitet solidarisch eine illegale Arbeitslosenselbsthilfe, bei der fliegende Händler auf der Strasse Obst verkaufen, stets auf der Hut vor der Obrigkeit. Wahlkampf 1932 (Letzte Wahl) protokolliert die zunehmende Aggressivität, Lähmung und Polarisierung des öffentlichen Lebens bei den letzten freien Wahlen vor dem NS-Machtantritt. Ellen Auerbach filmt in Tel Aviv ihre Emigration auf einem Auswandererschiff und wirbt mit moderner kubusartiger Bauhausarchitektur und Zitronenplantagen für die Einwanderung nach Palästina, im Auftrag des jüdischen Nationalfonds.

 

Alter Hafen in Marseille
László Moholy-Nagy, D/F 1929/32, 9 Min. Stummfilm

 

Berliner Stillleben
László Moholy-Nagy, 1931/32, 9 Min. Stummfilm

 

Fliegende Händler
Ella Bergmann-Michel, 1932, 21 Min. Stummfilm

 

Wahlkampf 1932 (Letzte Wahl)
Ella Bergmann-Michel, 1932, 13 Min. Stummfilm

 

Tel Aviv
Ellen Auerbach, Palästina 1934/35, 12 Min. Stummfilm