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Filmreihe: Kurosawas Meisterjahre

 
Filmbild
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A.K.


Frankreich/Japan 1985

75 Min. Farbe. Digital SD. F/Jap/d

 

Regie: Chris Marker

Kamera: Frans-Yves Marescot

Schnitt: Chris Marker

Musik: Tôru Takemitsu

Mit: Akira Kurosawa, Tatsuya Nakadai, Ishirô Honda, Asakazu Nakai

«An den Hängen des Fudschijama herrscht ein Gott über das ‹Chaos›, auf Japanisch ‹Ran›, denn so heisst das letzte grosse Filmepos des japanischen Regisseurs Akira Kurosawa. Der Japan-Kenner Chris Marker war bei den Dreharbeiten dabei und gibt Einblick in die Arbeit eines der grossen Cineasten des 20. Jahrhunderts. A.K. ist Chris Markers Hommage an den japanischen Film. Wie gewöhnlich setzt sich Marker bisweilen über die Konventionen der Dokumentation hinweg und lässt persönliche, poetische Gedanken in den Film einfliessen, ohne dass der dokumentarische Charakter verloren geht.»

ARD.de

 

«Der schlichte Film, der während der Dreharbeiten zu Ran entstand, wirkt wie eine Skizze zum Werk eines grossen Meisters auf zerrissenem Papier: Bruchstückhaft wird erkennbar, wie aus Formlosigkeit, Inkohärenz und Chaos heraus ein schöpferischer Prozess Gestalt annimmt. Das ist der subversive Stoff, aus dem der Film gemacht ist, ein unbeholfener Zauber, eine Schönheit im Lumpengewand. Alles fliesst ineinander und gerät durcheinander: die Zeit, der Himmel, der Regen, die unzähligen Statisten, die stundenlang geduldig warten, Schlamm und Feuer, Gold und Nacht, Nebel, die Pferde, die noch persönlicher wirken als die Menschen, die schwarze Erde des Fudschijama, die für die Kavallerieangriffe jeden Morgen mit Staub überdeckt wird, die Pfeile, die sorgfältig an den fiktiven Leichen befestigt werden, die Rüstungen, die so schwer zu schnüren sind wie die Korsetts unserer Grossmütter, und mitten in diesem kreativen Chaos wie ein ruhender Pol der weise alte A.K., der alles sieht, alles lenkt, wenig spricht, über das Wesen der Dinge meditiert, mal langsam und mal blitzschnell handelt und einen Moment lang feierliches Schweigen herrschen lässt, bevor er den Befehl zum Dreh erteilt.»

Etudes, November 1985