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Spezialprogramm: Ein Abschied und ein Neubeginn

 
Filmbild
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À bout de souffle


Mittwoch 11.12.2019 18:30 * TICKET

* Im Anschluss an den Film laden wir zum Abschiedsapéro für und mit Patricia.

Frankreich 1960

90 Min. sw. 35 mm. F/d

 

Regie: Jean-Luc Godard

Buch: Jean-Luc Godard, nach einer Story von François Truffaut

Kamera: Raoul Coutard

Schnitt: Cécile Decugis

Musik: Martial Solal

Mit: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Van Doude, Liliane David, Claude Mansard

Kleinganove Michel Poiccard brettert im gestohlenen Wagen durch sonnendurchflutete, pappelngesäumte Alleen von Marseille nach Paris. Dort will er der jungen Amerikanerin Patricia ein «Ja» oder «Nein» abverlangen, damit sie, die «l’amore», ihn nach Milano, Genua, Rom ... begleitet. Doch alsbald verfolgen ihn zwei Polizisten auf Motorrädern, von denen einer unglücklicherweise sterben muss. In Paris flaniert Michel durch die Strassen, flirtet mit Patricia, die auf den Champs-Elysées die «New York Herald Tribune» verkauft, imitiert Humphrey Bogart, verführt sie und bleibt hängen, während intensiv nach ihm gefahndet wird ... Die flüchtige Beziehung der beiden jungen Antihelden, die sich lieben, aber Angst haben, sich festzulegen: atemlos, jazzig, frech und befreiend.

Beat Schneider

 

«Verschmockte Ästheten mögen vielleicht Gefallen finden an der alle Filmgesetze über Bord werfenden Freistilregie des Anfängers Jean-Luc Godard und die Konsequenz bewundern, mit der der weltanschaulichen Anarchie des Drehbuchautors François Truffaut eine formale der Inszenierung angepasst wurde. Wir können nur beklagen, zu welchen Verirrungen der hochbegabte Nachwuchs des französischen Films fähig ist, und vor dem Schlamm warnen, den die Ausläufer der ‹Neuen Welle› nunmehr in unsere Kinos schwemmen wollen», wetterte die Katholische Filmkommission für Österreich 1961. Der Rest der Welt – und auch ich zwei, drei Dekaden später – war überwältigt von der formsprengenden Frische dieses furiosen Jahrhundertwerks, das man sich nicht oft genug ansehen kann. «All you need for a movie is a girl and a gun!» Wenn das Girl dann noch Patricia heisst und von der unvergleichlichen Jean Seberg verkörpert wird, ist das mein perfekter Abschiedsfilm. Die Zeit im Stadtkino war meine ganz persönliche Nouvelle Vague: rasant, ausser Atem und verliebt. Ich gehe mit grossem Dank im Herzen!

Patricia Hinkelbein