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ARCHIV | SÜDAMERIKA

 
Filmbild
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La historia oficial


Argentinen 1985

112 Min. SP/d/f

 

Regie: Luís Puenzo

Buch: Aída Bortnik, Luis Puenzo

Kamera: Félix Monti

Schnitt: Juan Carlos Macías

Musik: Atilio Stampone

Mit: Héctor Alterio, Norma Aleandro, Chunchuna Villafañe, Hugo Arana, Guillermo Battaglia

«Argentinien, 1983: Das Ende des dreckigen Krieges und damit der Herrschaft der Militärjunta ist in Sicht, offene Wahlen stehen bevor. An ihrer Schule lehrt Alicia unbeirrt die «offizielle» Geschichte Argentiniens, spart die Gräueltaten der Diktatur – Folter, Verschwinden von Oppositionellen, Massenexekutionen – aus. Auf die drängenden Fragen ihrer Schüler reagiert sie mit Unverständnis und Härte. Die Rückkehr ihrer alten Freundin Ana aus dem Exil und die Demonstranten auf der Plaza de Mayo, die unentwegt für die Aufklärung der Zwangsadoptionen unter der Militärdiktatur kämpfen, zwingen die Mutter eines adoptierten Kindes, sich mit der noch «inoffiziellen» Geschichte des Landes auseinanderzusetzen. Schrittweise muss sie realisieren, dass auch ihre Familie untrennbar mit einem dunklen Kapitel des Landes verbunden ist. Zwei Jahre nach Ende der Diktatur thematisierte Luis Puenzo in seinem bei den Oscars und in Cannes ausgezeichneten Film das Schicksal der «Desaparecidos» (Verschwundenen) und ihrer Kinder, die an regimetreue Paare vergeben wurden.» Trigon Film

 

«Luis Puenzo gelingt fast so etwas wie ein Brechtsches Lehrstück in der Form eines großen Kino-Melodrams. Sein Film lässt sich Ruhe, das Sujet zu entfalten, sucht das Klischee zu vermeiden und die Wahrheit der Gefühle aus den Verdrängungen herauszuschälen. Er kennt das Bürgertum, das er darstellt; seine Arbeit
ist intim und subtil, von einer paradoxalen Kraft der Darstellung, die es dem Zuschauer nicht einfach macht mit moralischen Zuweisungen. Er hält die Zeit der Verdrängung an, indem er sie mit dem Takt der Erinnerung diskret in erschütternde Schwingungen versetzt. So tritt die gesellschaftliche Wahrheit hervor, und das Kino hat ihr dazu verholfen.»
Wolfram Schütte, in: Frankfurter Rundschau, 13.5.1985