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ARCHIV | Le Bon Film

 
Filmbild
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Leonora Addio


Italien 2022

90 Min. Farbe/sw. DCP. OV/d

 

Regie: Paolo Taviani

Buch: Luigi Pirandello, Paolo Taviani

Kamera: Paolo Carnera, Simone Zampagni

Schnitt: Roberto Perpignani

Musik: Nicola Piovani

Mit: Fabrizio Ferracane, Matteo Pittiruti, Dania Marino, Dora Becker, Nathalie Rapti Gomez, Claudio Bigagli

Die beiden Brüder Paolo und Vittorio Taviani haben das italienische Kino erneuert: mit einem politischen wie poetischen Erzählkino, mit bewegten Bildern von magischer Kraft. Das Stadtkino Basel widmete den beiden im Juni 2018 eine Hommage. Paolo Taviani war damals, kurz nach dem Tod seines Bruders Vittorio, in Basel zu Gast. 2022 präsentierte er im Internationalen Wettbewerb der Berlinale seinen neuen Film: Leonora addio nach einer Novelle von Luigi Pirandello als letzten, weisen Abschiedsgruss an seinen älteren Bruder. Das Stadtkino Basel zeigt den Film als Schweizer Kinopremiere.

 

«Ein bewegender Abschiedsgruss an den Bruder» Berlinale

 

«Drei Jahre nach dem Tod seines Bruders Vittorio, mit dem ihn die lebenslange Zusammenarbeit verband, wendet sich Paolo Taviani erneut dem Werk Luigi Pirandellos zu – nach Adaptionen von Kaos (1984) und Du lachst (1998). Ganz im Sinne des sizilianischen Dramatikers ist der Film nicht, was er zu sein scheint: Auf die Eifersuchtsnovelle von 1910, deren Titel er trägt, nimmt er keinerlei Bezug. Hauptfigur ist vielmehr Pirandello selbst oder eher seine Asche, die während des Faschismus eilig in Rom beigesetzt wurde und nun zur dauerhaften Ruhestätte auf Sizilien transportiert wird. Es wird eine Reise durch das frühe Nachkriegsitalien und sein filmisches Gedächtnis, mit Wochenschauen, Amateurfilmen und Fragmenten des Neorealismus. Nach der Beisetzung wird Leonora addio vom Roadmovie zur Literaturadaption und knüpft dabei an eine Erzählung an, die Pirandello kurz vor seinem Tod 1936 schrieb.» Cinémathèque suisse

 

«Es geht um Italiens Nachkriegstrauma zwischen Auswanderung und Neuorientierung, Verlust alter Werte und Allpräsenz des Todes, die Taviani mit diversen Ausschnitten aus Wochenschauen und Meisterwerken des Neorealismus so gefühlvoll und virtuos montiert, dass da mindestens ein Regiepreis fällig ist.» Eberhard von Elterlein, Berliner Morgenpost

 

«Die schlichte Widmung im Vorspann ‹Meinem Bruder Vittorio› hallt liebevoll durch die Handlung dieser abwechselnd feierlichen und spielerischen Chronik der verschlungenen Reise der Asche von Luigi Pirandello von Rom nach Sizilien, zehn Jahre nach dem Tod des berühmten Schriftstellers im Jahr 1936.» David Rooney, The Hollywood Reporter