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ARCHIV | Michel Piccoli

 
Filmbild

La belle noiseuse


Frankreich/Schweiz 1991

237 Min. Farbe. 35 mm. F/d

 

Regie: Jacques Rivette

Buch: Pascal Bonitzer, Christine Laurent, Jacques Rivette, nach einer Erzählung von Honoré de Balzac

Kamera: William Lubtchansky

Schnitt: Nicole Lubtchansky

Mit: Michel Piccoli, Jane Birkin, Emmanuelle Béart, Marianne Denicourt, David Bursztein
Kopie: Kinemathek Le Bon Film

«Der Maler Frenhofer, künstlerisch in einer mittlerweile zehnjährigen Schaffenskrise erstarrt, empfängt auf seinem Landsitz im Süden Frankreichs gemeinsam mit seinem Freund und Bewunderer Porbus den jungen und talentierten Maler Nicolas und seine wunderschöne Freundin Marianne. Frenhofers letztes, unvollendetes Werk, für das seine Frau Liz einst Modell stand, verbirgt sich einem unheilvollen Schatten gleich in seinem Atelier, der Gestalt anzunehmen beginnt, als die Idee entsteht, dass der Maler gemeinsam mit Marianne als Modell dieses Bild, das einmal sein Schaffen krönen sollte, fertigstellen könnte. Dieser Gedanke und seine Umsetzung beherrschen bald das Haus, seine Bewohner und seine Gäste, und als das Werk nach fünf extrem anstrengenden Tagen tatsächlich vollendet ist, haben sich die Protagonisten spürbar und unwiderruflich gewandelt, während das Bild im Geheimnis seiner seltsamen Faszination erstarrt bleibt.»

Marie Anderson, Kino-Zeit

 

«Über mehr als vier Stunden hinweg zeigt der französische Regisseur, wie der vom grossartigen Michel Piccoli gespielte Maler Edouard Frenhofer mit seiner Kunst ringt. Die mal irritierende, dann wieder völlig natürliche und immer widerspenstige Nacktheit der schönen jungen Emmanuelle Béart, welche die ‹belle noiseuse›, die schöne Querulantin, als Modell verkörpert, bildet den Gegenpol zum besessenen Kampf des Malers mit seiner Vision. (…) In der irisierenden Beziehung zwischen Maler und Modell spiegelt sich der Kontrast zwischen Realität und Vision. Ein grossartiger, irritierender Film, der das Klischee vom ‹Leiden für die Kunst› um eine neue, nachvollziehbare Dimension erweitert.»

Michael Sennhauser, SRF Kultur, 23.1.2017