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ARCHIV | Le Bon Film

 
Filmbild

L’Animale


Österreich 2018

96 Min. Farbe. DCP. D

 

Regie: Katharina Mückstein

Buch: Katharina Mückstein

Kamera: Michael Schindegger

Schnitt: Natalie Schwager

Musik: Bernhard Fleischmann

Mit: Sophie Stockinger, Kathrin Resetarits, Dominik Warta, Julia Franz Richter, Jack Hofer

«Mati steht kurz vor der Matura. Die Mutter will ihr ein rosa Kleid für die Abschlussfeier verpassen und sie dazu überreden, ihre Haare offen zu tragen – davon hält die Tochter wenig. Mati trägt lieber ihren Nacken ausrasiert und die Haare hochgezwirbelt, Sporttops statt BH und fährt ein getuntes Moped. In ihrer Freizeit hängt sie mit ihrer Jungsclique ab. Sie begrüsst die Burschen mit Handschlag, zieht mit ihnen um die Häuser und geht mit ihnen feiern. Mit den Mädchen aus ihrer Klasse fällt der Umgang dagegen schwerer. Problematisch wird es für Mati erst, als sich die Beziehung zu ihrem besten Kumpel intensiviert und sie nicht sicher ist, was das jetzt für sie und ihren Platz in der Gang bedeutet. Ausserdem ist da Carla, ein Mädchen, das so ganz anders ist als alle anderen, denen sie bisher begegnet ist: selbstbestimmt, wild und furchtlos. Gleichzeitig kämpfen Matis Eltern – jeder für sich – mit lebensentscheidenden Fragen. (...) Katharina Mückstein zeigt den schmerzhaften Identitätsfindungsprozess ihrer starken Protagonistin, die sich Stück für Stück freikämpft: von den Zwängen, die andere ihr auferlegen, aber auch von den eigenen. Die Regisseurin erschafft mit Mati eine grandiose Frauenfigur und stellt auch in deren Umfeld traditionelle Geschlechterrollen und sexuelle Normen infrage. Das unfertige Haus, in dem die 18-Jährige mit ihren Eltern lebt, ist dabei ein schönes Symbol dafür, dass der Film einen Work in Progress zeigt: An der Utopie zwischenmenschlichen Zusammenlebens gibt es noch viel zu tun.»

Diagonale – Festival des österreichischen Films 2018

 

«Rastlos und mit einem feinen Gefühl für soziale Zwänge widmet sich L’Animale der Frage, wie man zum Autor seines Lebens wird. Indem Katharina Mückstein eine Tochter und ihren Vater zu Hauptfiguren macht, entsteht ein generationsübergreifendes Panorama der verschwiegenen Suche nach dem Selbst. Eindringlich zeigt der Film, wie der Erwartungsdruck der Schule, wie Familie und Freunde über Mati einbrechen. Und selten hat jemand die Tristesse einer Dorfdisko so liebevoll eingefangen wie Mückstein.»

Jonas Lages, Der Tagesspiegel 19.2.2018

 


 

Katharina Mückstein

Geboren 1982 in Wien. Sie studierte Philosophie und Gender Studies und anschliessend Regie an der Filmakademie Wien. Sie ist Mitbegründerin der Produktionsfirma La Banda Film, die unter anderem die mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilme Holz Erde Fleisch von Sigmund Steiner und Tiere und andere Menschen von Flavio Marchetti produzierte. An beiden Filmen war sie als Dramaturgin bzw. Co-Autorin beteiligt. L’Animale ist nach Talea (2013) ihr zweiter Spielfilm.