Suburra
Italien/Frankreich 2015
130 Min. Farbe. DCP. I/d
Regie: Stefano Sollima
Buch: Giancarlo De Cataldo, Carlo Bonini, Sandro Petraglia, Stefano Rulli, nach dem gleichnamigen Roman von Giancarlo De Cataldo und Carlo Bonini
Kamera: Paolo Carnera
Schnitt: Patrizio Marone
Musik: Pasquale Catalano
Mit: Pierfrancesco Favino, Greta Scarano, Jean-Hugues Anglade, Elio Germano, Giulia Gorietti
«Rom ist zu einem wahren Sündenbabel geworden. Suburra, im alten Rom das Quartier, in dem sich Macht und Verbrechen heimlich trafen, existiert noch heute und ist lebendiger denn je. Die Politik ist durchzogen von korrupten Kräften, denen es nur darum geht, möglichst viel Geld zu scheffeln. Die Folge ist ein drastischer Zerfall der sozialen Strukturen. Wer hier überleben möchte, muss einen teuflischen Pakt mit den Herrschern der Unterwelt eingehen, den eigentlichen Machthabern in Rom. Die graue Eminenz und der meistgefürchtete unter den Mafia-Paten nennt sich «Samurai». Er ist der Drahtzieher hinter einem ambitiösen Immobilienprojekt, das ein gigantisches Las Vegas an der Küste bei Ostia verwirklichen will. Der korrupte Politiker Filippo Malgradi soll bei der Realisierung helfen und eine Mehrheit im Parlament für das Projekt gewinnen, indem er geneigten Amtskollegen Schmiergelder und höchstbezahlte Stellenangebote unter der Hand in Aussicht stellt. Dazu ist Malgradi in einen Sexskandal mit einer Minderjährigen verwickelt; versuchte Erpressung und Mord sind die Folgen. Ein gnadenloser Bandenkampf eskaliert. Regisseur Stefano Sollima machte sich einen Namen mit den erfolgreichen TV-Serien Gomorra und Romanzo Criminale. Mit Suburra legt er nun einen atmosphärischen, italienischen Neo-Noir nach dem gleichnamigen Kriminalroman des Autorenduos Carlo Bonini and Giancarlo De Cataldo vor. Wie der Roman erfasst der Film die Endzeitstimmung im Herbst 2011, das Schwarze Loch des Berlusconismus und seines monströsen Bauprojekts «Waterfront», das keine Phantasie der Krimiautoren ist, sondern eine Ausgeburt der Politik und des Geschmacks der Berlusconi-Ära. Erst als der damalige, unverhüllt neofaschistische Römer Bürgermeister abgewählt wurde, kam das Projekt für das ungeheuerliche Imitat, halb Dubai, halb Las Vegas, in die Schublade.»
Kinok St. Gallen
Joachim Kurz, kino-zeit
Geboren 1966 in Rom begann er seine Karriere als Kameramann mit zahlreichen Reportagen aus Kriegsgebieten für mehrere Fernsehsender wie CNN, CBS und NBC. 1992 realisierte er seinen ersten Kurzfilm Grazie, der auf dem Turiner Filmfestival ausgezeichnet wurde. Seit 1998 als TV-Regisseur tätig, machte er sich mit den beiden erfolgreichen TV-Serien Romanzo criminale (2008) und Gomorra (2014) einen Namen. Sein Spielfilmdebüt feierte er 2012 mit ACAB - All Cops Are Bastards, der ihm eine Nominierung für den David di Donatello Award der Italienischen Filmakademie einbrachte. Suburra ist sein zweiter Spielfilm.
Kinok St. Gallen
«Wie vor kurzem bekannt wurde, soll Suburra demnächst auch als zehnteilige TV-Serie ins Fernsehen kommen - und zwar als erstes italienisches Projekt für den Streaming-Riesen Netflix. Das sieht man dem Film bereits an: Die einzelnen Tage/Kapitel enden stets mit einer Einstellung, die in einem seriellen Format als nahezu perfekter Cliffhanger dienen könnte. Hinzu kommt eine verschlungene, auf mehreren narrativen Ebenen angeordnete und ungemein verschachtelte Handlung, die sich hinter Meilensteinen der Crime-Serie wie etwa der ersten Staffel von True Detective nicht verstecken muss. Trotz dieser Charakteristika ist Suburra aber kein müder Abklatsch der gerade schwer in Mode gekommenen TV-Formate, sondern ein gelungenes Hybrid, das die Vorzüge des grossen Kinos und des seriellen Storytelling gelungen miteinander verbindet und Lust macht auf mehr: grosse Panoramen, am Neo-Noir geschulte Farbgebung und Personenzeichnungen, dazu ein überlebensgrosser Score mit ausufernden Synthesizer-Teppichen und herrlich vertrackte Einfälle voller Überraschungen machen aus Suburra ein echtes Erlebnis.»
Joachim Kurz, kino-zeit
Stefano Sollima
Geboren 1966 in Rom begann er seine Karriere als Kameramann mit zahlreichen Reportagen aus Kriegsgebieten für mehrere Fernsehsender wie CNN, CBS und NBC. 1992 realisierte er seinen ersten Kurzfilm Grazie, der auf dem Turiner Filmfestival ausgezeichnet wurde. Seit 1998 als TV-Regisseur tätig, machte er sich mit den beiden erfolgreichen TV-Serien Romanzo criminale (2008) und Gomorra (2014) einen Namen. Sein Spielfilmdebüt feierte er 2012 mit ACAB - All Cops Are Bastards, der ihm eine Nominierung für den David di Donatello Award der Italienischen Filmakademie einbrachte. Suburra ist sein zweiter Spielfilm.










