schliessen

zurück

ARCHIV | Le Bon Film

 
Filmbild
Filmbild
Filmbild
Filmbild

Rabbi Wolff


Deutschland 2016

90 Min. Farbe. DCP. D

 

Regie: Britta Wauer

Buch: Britta Wauer

Kamera: Kaspar Köpke

Schnitt: Berthold Baule

Musik: Karim Sebastian Elias

Mit: William Wolff, Andreas Buchinger, Valeriy Bunimov, Kathleen Egleton, Robin Fell

Am DO 20.4. | 18:30 h in Anwesenheit der Regisseurin und von Rabbi Wolff

 

«Er macht Yoga, er liebt das Pferderennen in Ascot - und er ist Rabbiner: William Wolff pendelt zwischen ganz unterschiedlichen Welten und zwischen unterschiedlichen Ländern. Der 87-Jährige wohnt in der Nähe von London, reist aber regelmässig als Landesrabbiner nach Mecklenburg-Vorpommern. Wolff wurde in Deutschland geboren, musste aber als Kind mit seiner Familie vor den Nazis fliehen. In Grossbritannien war er später lange Journalist beim «Daily Mirror» und begann erst mit über 50 Jahren das Studium für das Rabbinat. Der Dokumentarfilm Rabbi Wolff von Britta Wauer porträtiert diesen ungewöhnlichen Mann, für den Verständigung, Versöhnung und vor allem Spass im Leben wichtiger sind als orthodoxe Regeln.»
Barbara Block, Ndr.de 2016

 

«Dass William Wolff mitten im Interview von Erschöpfung heimgesucht wird, ist kein Wunder. Das Wunder ist der Mann selbst. Sein Lebenselixier sind Rastlosigkeit, Neugier und eine Herzensoffenheit, die jegliche Dimensionen sprengt. Drei Jahre lang hat Britta Wauer ihn beobachtet, in Grossbritannien, Israel und in Mecklenburg-Vorpommern. Wolff tauchte bereits in ihrem grossartigen Dokumentarfilm Im Himmel, unter der Erde über den Jüdischen Friedhof Weissensee in Berlin auf. Wauer fand schon damals, Wolff sei einen ganzen Film wert.»

 


Thorsten Schmitz, Süddeutsche Zeitung 18.4.2016 «Ganz zart und langsam zeichnet Wauer das Bild dieses ungewöhnlichen Menschen. Sie lässt sich Zeit, ihn vorzustellen. Erst nach und nach entblättert sich seine Lebensgeschichte. Dass man sie trotzdem gern verfolgt, liegt neben der Kameraarbeit von Kaspar Köpke und der manchmal schon slapstickhaft anmutenden Montage von Berthold Baule auch am grossen Charisma des Protagonisten. Dieser kleine alte Mann mit dem schwarzen Hut und den perfekten englischen Gentleman-Anzügen hat immer gute Laune, ist immer präsent und geistig sowie emotional bei den Menschen, mit denen er unterwegs ist. Wenn er spricht, vergisst man, dass er bereits 87 Jahre alt ist. Denn dann leuchten seine Augen. (...) In einer der letzten Szenen des Films geht Wolff in seiner englischen Heimat über eine butterblumenübersäte Pferdekoppel. Mit zufriedener Mine steht er mitten in der saftigsten Natur und ruft mit der Freude eines Kindes: «Das ist ja wunderbar! Wunderbar!» Vielleicht ist das der Schlüssel zum Glück: Das Leben jeden Tag aufs Neue mit den neugierigen Augen eines Kindes zu sehen und sich von der Schönheit kleiner Dinge überwältigen lassen. Rabbi Wolff dabei zusehen zu können, ist ebenfalls ganz wunderbar.»
Maria Wiesner, kino-zeit.de

 

Britta Wauer
1974 in Ost-Berlin geboren, hat die vielseitige Journalistin, Regisseurin, Filmproduzentin und Drehbuchautorin nach ihrer Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) Regie und Produktion studiert. 2001 wurde sie für ihren ersten Dokumentarfilm Heldentod mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und 2005 erhielt sie für ihren Abschlussfilm Die Rapoports zusammen mit Sissi Hüetlin den Grimme-Preis. Im selben Jahr gründete sie mit «Britzka Film» ihre eigene Produktionsfirma, mit der sie 2008 ihr Kinodebüt Gerdas Schweigen nach dem Buch von Knut Elstermann feierte und 2011 den vielbeachteten Dokumentarfilm Im Himmel, unter der Erde über den Jüdischen Friedhof in Berlin-Weissensee realisierte, für den sie an der Berlinale 2011 den Publikumspreis erhielt.

 

Das Stadtkino Basel präsentiert den Abend mit Britta Wauer und Rabbi Wolff in Kooperation mit dem Jüdischen Museum der Schweiz und dankt ganz herzlich für die schöne Zusammenarbeit.