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ARCHIV | Le Bon Film

 
Filmbild
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One More Time With Feeling


Grossbritannien/Frankreich 2016

112 Min. sw. DCP. E/d

 

Regie: Andrew Dominik

Kamera: Benoît Debie, Alwin H. Küchler

Schnitt: Shane Reid

Musik: Nick Cave and the Bad Seeds

Mit: Nick Cave, Warren Ellis

Am DO 09.02.17 und SA 25.02.17 in der 3-D-Fassung ohne deutsche Untertitel

 

«Mitten in der Arbeit zu seinem neuen Album «Skeleton Tree» ereilte Nick Cave eine Nachricht, die ihn tatsächlich aus der Bahn zu werfen drohte: Das wohl Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, war passiert, sein Sohn war tot. Der 15-jährige Arthur war unweit vom Haus der Caves unter Drogeneinfluss über eine Klippe abgestürzt. Filmemacher Andrew Dominik dokumentierte nun mit der 3-D-Schwarzweisskamera(!) die Feinarbeiten an dem Album, das Cave trotz, wegen und im Schmerz fertiggestellt hat. Und man sieht, wie er kämpft: Der Schmerz ist kein Antrieb, hilft nicht bei der Verarbeitung des Traumas, er ist ein ständiger Gast im Studio wie ein wütender Vermieter, der ständig droht, den Strom abzudrehen. Aber Cave macht verbissen weiter, und was dabei herauskommt, ist grandios: One More Time With Feeling ist ein Fest für Fans, ein mitreissender Musikfilm und ein faszinierender Einblick in die Arbeit eines getriebenen Genies, dessen Seele auch in der wirklichen Welt verhaftet ist.»
Gini Brenner, Skip 2016

 

««Sunday morning, skeleton tree/Oh, nothing is for free/In the window, a candle/Well, maybe you can see» - Bereits wenn man das neue Album «Skeleton Tree» von Nick Cave and the Bad Seeds zum ersten Mal hört, spürt man die Schwere, die Verletzungen, die Verzweiflung. Auch Unwissende werden sofort von der Stimmung erfasst und das Album breitet sich wie ein schwerer Teppich über Sinne und Umwelt. Wenn sich dazu noch wunderbar gefilmte Bilder in Schwarz-Weiss gesellen, wird die Wirkung umso stärker. Man erreicht im dunklen Kinosaal neue Ebenen, man versinkt in Emotionen, Klang und Licht. (...) «Let us go now, my one true love» - Das Leben ist wie ein Teich, meist ruhig und glatt. Doch von Zeit zu Zeit durchstösst ein Stein diese Oberfläche, und dieser Gegenstand, dieser Vorfall bewirkt Wellen - diese Momente verklingen aber wieder. Ein Trauma wie dieses hier aber bleibt für immer an der Oberfläche, und für den Rest des Lebens werden sich die Wellen daran brechen. Unbarmherzig. Untröstlich.»
Michael Bohli, Artnoir Musikmagazin 3.12.2016

 

Andrew Dominik
In Wellington, Neuseeland, 1967 geboren und in Australien aufgewachsen, schloss der Regisseur und Drehbuchautor 1988 das Studium auf der Melbourne's Swinburne Film School ab. Zwölf Jahre später gab er sein Debüt mit dem Filmdrama Chopper und auch das Western-Drama The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (2007), bei dem Nick Cave im Übrigen als Saloon-Sänger glänzte, sowie der erstmals an den Internationalen Festspielen in Cannes gezeigte Kriminalfilm Killing Them Softly (2012) fanden weltweit grosse Beachtung. Mit dem im Jahr 2016 erschienenen Dokumentarfilm One More Time With Feeling beweist der Australier seine Vielseitigkeit.