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ARCHIV | Le Bon Film

 
Filmbild
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Certain Women


USA 2016

107 Min. Farbe. DCP. E/d

 

Regie: Kelly Reichardt

Buch: Kelly Reichardt, nach Kurzgeschichten von Maile Meloy

Kamera: Christopher Blauvelt

Schnitt: Kelly Reichardt

Musik: Jeff Grace

Mit: Michelle Williams, Kristen Stewart, Laura Dern, Lily Gladstone, Jared Harris

«Drei Episoden um vier starke Frauen, die alle eine leise Einsamkeit und vage Sehnsucht verbindet. Laura (Laura Dern) ist eine überarbeitete und resolute Anwältin, die mit dem täglichen Sexismus in ihrer Kanzlei kämpft und in die Geiselnahme eines Klienten gerät, der sich ungerecht behandelt fühlt. Gina (Michelle Williams), eine ehrgeizige Frau und Mutter, baut mit ihrem Mann ein neues Haus und setzt dafür fast ihre Ehe aufs Spiel. Jamie (Lily Gladstone) ist eine Ranch-Besitzerin, die ein enges emotionales Verhältnis zu Beth (Kristen Stewart) entwickelt, ihrer Lehrerin in einer Abendschule, und diese damit überfordert. Vor dem Hintergrund der Berge in Montana und auf bestechend schönem 16mm-Material gefilmt, entwirft Kelly Reichardt sensible und minimalistische Lebens- und Charakterskizzen der Frauen, die verletzlich und auf der Suche sind und dem Leben gleichwohl mit einer verblüffenden Robustheit begegnen.»
Filmfest Hamburg 2016

 

«Abermals bereitet Reichardt der Schauspielkunst eine Bühne. Laura Dern lässt den Druck erkennen, der auf ihrer Figur lastet; ihre Interaktion mit Jared Harris ist superb, da das Verhältnis zwischen der Anwältin und dem Mandanten nicht so eindeutig ist, wie man zunächst vermuten könnte. Michelle Williams demonstriert indes in einer Gesprächspassage zwischen Gina, Ryan und Albert, wie man mit einem einzigen Gesichtsausdruck all das transportieren kann, wofür manche Ehedramen ein 90-seitiges Skript benötigen. Und Lily Gladstone sowie Kristen Stewart liefern derart unverstellte Performances, dass die nach aussen hin völlig ereignislosen Begegnungen zwischen Jamie und Beth eine einzigartige emotionale Spannung zutage fördern. Ein sehr kluger, aufrichtiger Film!»
Andreas Köhnemann, kino.zeit

 

«In grossartigen 16mm-Bildern erzählt Kelly Reichardt von vier Frauen aus Montana. Ein Film über Begehren und Enttäuschungen, über stille Wut und das Zurechtkommen - der ganz nebenbei und ohne Predigt auch den stummen Zwang der Geschlechterverhältnisse in den Blick nimmt.»
Till Kadritzke, critic.de

 

Kelly Reichardt
1964 in Miami geboren und aufgewachsen. Studium am Massachusetts College of Art und an der School of the Museum of Fine Arts in Boston. Zieht 1988 nach New York und arbeitet u.a. mit Todd Haynes und Hal Hartley zusammen. 1993 dreht sie ihren ersten Langfilm River of Grass, mit dem sie beim Sundance Filmfestival auffällt. Ihre internationale Karriere kam aber erst vor zehn Jahren richtig in Fahrt: mit Old Joy (2006) und Wendy and Lucy (2008), mit dem sie für zwei Independent Spirit Awards nominiert war. Mit Meek’s Cutoff (2010) war sie in Venedig für den Goldenen Löwen nominiert und beim 1. Bildrausch Filmfest Basel vertreten. Old Joy und auch ihr letzter Film Night Moves (2013) waren bereits in der Sélection Le Bon Film zu sehen.