
Die Filme von Danny Lyon
In Anwesenheit von Danny Lyon
120 Min.
Im Anschluss an das Screening spricht Danny Lyon mit Marcy Goldberg über sein filmisches Schaffen. Das Gespräch findet auf Englisch statt.
Soc. Sci. 127
USA 1969
21 Min. sw/Farbe. 16 mm. E/e
Regie: Danny Lyon
Kamera: Danny Lyon
Schnitt: Danny Lyon
1968 tauscht Danny Lyon erstmals seinen Fotoapparat gegen eine Filmkamera ein, und ein Jahr später entsteht mit Soc. Sci. 127 sein erstes filmisches Werk. Es ist ein 21-minütiges, direktes und doch bizarres Porträt des Tätowierkünstlers Bill Sanders - eines trinkfesten und scharfzüngigen Proleten im schmuddeligen T-Shirt -, das ihn bei der Arbeit in seinem Tattoo-Studio in einem texanischen Vorort zeigt. Zu der Kundschaft des Ex-Häftlings gehören auch Homosexuelle, Prostituierte, und Vorbestrafte - gesellschaftliche Randgruppen, die in den 1960er-Jahren stark mit von der Norm abweichenden oder gar illegalen Subkulturen assoziiert werden. Sanders wird nicht müde, das amerikanische Leben und die gesellschaftlichen Missstände der 1960er-Jahre schonungslos zu kommentieren. Lyons persönlicher Stil der Berichterstattung ist nah, direkt und ehrlich, sein Porträt auf Augenhöhe, schmerzhaft real und zuweilen skurril.
Los Niños Abandonados
Kolumbien 1975
63 Min. Farbe. 16 mm. Sp/e
Regie: Danny Lyon
Kamera: Danny Lyon
Schnitt: Danny Lyon
Nachdem Lyon sich als Fotograf in den Südstaaten der USA und dann auch als Filmemacher an der amerikanisch/mexikanischen Grenze bewegte, entwickelte er in einem Filmprojekt mit kolumbianischen Strassenkindern in Santa Marta sein filmisches Handwerk weiter. Los Niños Abandonados, eines seiner frühsten und ambitioniertesten Projekte, dokumentiert das Leben einer Bande von Jungen, die Lyon während 19 aufeinanderfolgenden Tagen durch ihren Alltag begleitet. Hier, bei diesen verarmten und ausgestossenen Jungen entdeckt Lyon einen Mikrokosmos, der hierarchiefrei, anarchisch und utopisch ist und den er durch seine Kamera zu vermitteln versucht. Während Lyons Kamera die Strassenkinder dabei begleitet, wie sie um Essensreste betteln und sich mit Ladenbesitzern und Strassenverkäufern anlegen, stellt er ihre raffinierten Überlebenskünste in den Vordergrund. Empathisch und sich ihrer Perspektive annährend, begleitet er die Jungen, wie sie sich durch ihre ganz eigene, stille Zwischenwelt bewegen.
Courtesy of Danny Lyon and Anthology Film Archives
Im Ticket für die Preview im Stadtkino Basel ist ein freier Eintritt in die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur inbegriffen.






