2013 |
EXPERIMENTELLE «AMUSE-BOUCHES» IN BASEL!
Als «Amuse-bouches» zum grössten und wichtigsten Schweizer Festival des experimentellen Films VIDEOEX 2010 zeigt das Stadtkino Basel Filme von und über den aussergewöhnlichen Videokünstler Klaus Lutz.
Bald ist es wieder soweit: Vom 22. bis zum 30. Mai findet das internationale Experimentalfilm & Video Festival VIDEOEX in Zürich zum 12. Mal statt und zeigt während neun Tagen über 200 Filme und Videos des aktuellen experimentellen Filmschaffens aus dem In- und Ausland zwischen Film und Kunst.
Das diesjährige VIDEOEX Festival präsentiert unter anderem ein Sonderprogramm mit Filmen des im September letzten Jahres überraschend verstorbenen Schweizer Filmemachers und Künstlers Klaus Lutz. Einen Namen machte sich Lutz vorerst als Zeichner und Grafiker. Ab Mitte der 1980er Jahre drehte er Experimentalfilme und erhielt 1993 das Zürcher Atelierstipendium für New York. Danach pendelte er zwischen seiner, wie er es nannte, «Wohnhöhle» im New Yorker East Village und Zürich. Lutz’ Werk zeigt kosmische Welten, Strassenszenen, Stadtmodelle, urbane Häuserfluchtendie er mittels Animation und Mehrfachbeleuchtung zu geheimnisvollen Räumen verfremdet und mit Aufnahmen von sich verwebt. Dabei verbindet er Performance, Film und Zeichnung und transformiert so scheinbar tote Objekte in lebende Organismen. Mit selbst konstruierten Apparaturen, speziellen Linsen und insbesondere Mehrfachbelichtungen öffnet Lutz dem Zuschauer neue Perspektiven in unendlich wirkende Welten, die in Installationen teilweise auch auf Ballone projiziert wurden.
Klaus Lutz war im September letzten Jahres am Toronto International Film Festival mit seiner Weltraum-Odyssee «Titan» vertreten. Leider war es ihm nicht mehr möglich, seinen Film persönlich zu präsentieren. Zu Ehren des im Alter von 69 Jahren überraschend verstorbenen Filmemachers zeigt VIDEOEX neben dem feinfühligen Portrait The Beauty of my Island - Shooting Klaus Lutz von Frank Matter den 1996 entstandenen Film Acrobatics sowie die Schweizer Premiere von Klaus Lutz' letztem Film, Titan. Beide Werke sind auf unterschiedliche Art exemplarisch für die höchst eigenwillige Arbeitsweise von Klaus Lutz. VIDEOEX plant eine grössere Werkschau mit seinen Werken im nächsten Jahr. Zur Erhaltung des einzigartigen Schaffens von Klaus Lutz ist der Verein «Für die Erhaltung des Werks von Klaus Lutz» gegründet worden (Infos unter www.klaus-lutz.ch).
In Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Amsterdam wird in weiteren Programmen Avantgardisten aus den 1920er Jahren eine Hommage erbracht werden. Experimentelle Filme, unter anderem von Joris Ivens zeigen, mit welch kreativer Kraft sich Pioniere bereits kurz nach Erfindung der bewegten Bilder des Mediums bedient haben. Dieses Jahr werden zudem die Gaststädte Amsterdam und Rotterdam nach Zürich eingeladen. In Zusammenarbeit mit Kuratoren aus Holland präsentiert VIDEOEX das niederländische Experimentalfilmschaffen von frühen Abstraktionen, über Underground-Produktionen und Filmen aus den wilden Siebzigern bis hin zum digitalen Zeitalter. Der auf das Schweizer Experimentalfilm- und Videoschaffen ausgerichtete CH-Fokus widmet sich den experimentellen Werken von Clemens Klopfenstein, einer der produktivsten und vielfältigsten Schweizer Filmemacher. Audiovisuelle Live-Performances unter anderem des holländischen Kollektivs Telcosystems und Workshops, durch den WORM Filmwerkplaats Rotterdam organisiert, runden das vielseitige Programm ab!