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Bildrausch
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RÜCKBLICK BILDRAUSCH 2011
 
Das neue Filmfestival Bildrausch wurde zu einem grossen Erfolg. FilmemacherInnen aus dem In- und Ausland sowie zahlreiches Publikum feierten gemeinsam während zehn Tagen die erste Ausgabe von Bildrausch, die ein beachtliches überregionales Medienecho auslöste.

 

 

Erfolgreicher Start
Die erste Ausgabe von Bildrausch – Filmfest Basel geht diesen Sonntag mit Dušan Makavejev Sweet Movie zu Ende. Bis zum Zeitpunkt dieser Pressemeldung (Samstag 4.6.2011, 12.00 Uhr) lockte das Festival bei strahlendem Wetter 1700 BesucherInnen ins Stadtkino Basel. Das Medienecho in Presse, Rundfunk, Internet und TV war gross, überregional (nebst Basel und Region auch Zürich und Süddeutschland) und ausgesprochen positiv.

 

 

Festivalstimmung und Highlights
Die einladende Piazza vor dem Stadtkino Basel erwies sich als perfektes Open-Air-Festivalzentrum. Hier und an der Kinobar begegneten sich Publikum und FilmemacherInnen und kamen ins Gespräch. Viele Gäste betonten, dass sie bei Bildrausch fanden, was an grossen Festivals fehle: einen gemeinsamen Ort, wo sich alle treffen, über Filme diskutieren und Festivalerlebnisse austauschen können. Sinnbild für diese Gastfreundschaft war das Essen für die FilmemacherInnen und geladenen Gäste: eine lange, weiss gedeckte Tafel inmitten der BesucherInnen, offen für jeden, der sich dazu setzen wollte. Eine ideale Umgebung, um neue (gemeinsame) Projekte zu entwerfen.

 

Das schmale Bildrausch-Budget erlaubte es nicht, alle Regisseurinnen und Regisseure einzuladen. Umso grösser war die Freude über die anwesenden FilmemacherInnen: Aus Griechenland kamen Athina Rachel Tsangari (Attenberg), Yannis Ekonomides (Knifer), Argyris Papadimitropoulos (Wasted Youth), aus den USA Brent Green und Donna K. (Gravity Was Everywhere Back Then), aus Deutschland reiste Franziska Riemann (Lollipop Monster) und Jan Vogel (Wasted Youth) an, aus Portugal Nuno Melo (O Barão )und aus Serbien Dušan Makavejev mit seiner Frau und Mitarbeiterin Bojana Makavejev. Im Anschluss an die Screenings fanden angeregte Q&As mit den RegisseurInnen statt, FilmkritikerInnen und WissenschafterInnen hielten Plädoyers vor ihren Lieblingsfilmen. Die griechische Filmemacherin und Produzentin Athina Tsangari verschaffte Studierenden der Universität Basel, der Universität Zürich und der ZHdK in einem Werkstattgespräch einen Einblick in ihr Schaffen. An einer Schulvorstellung diskutierten SchülerInnen des Gymnasiums Liestal intensiv mit der deutschen Filmemacherin Ziska Riemann über ihren Film Lollipop Monster.

 

Einer der Höhepunkte war ein Special Screening im berstend vollen Kinosaal: Brent Green vertonte seine Kurzfilme live, kongenial begleitet durch Howe Gelb (Giant Sand), Jim White (The Bad Three, Nick Cave) und Donna K.
Die gelungene Kooperation mit Zoom, der zeitgleich stattfindenden Basler Filmwerkschau, ergänzte das internationale Filmfest um die regionale Perspektive.

 

 

Rückblick und Ausblick
Bildrausch präsentierte 15 Filme im internationalen Wettbewerb, der mit Athina Tsangaris Attenberg eröffnet wurde. Das Wettbewerbsprogramm «Cutting Edge» bildete den Kern der Bildrausch-Idee, inhaltlich und formal aussergewöhnliche Werke vorzustellen. Filme, die auf internationalen Festivals aber für Aufsehen gesorgt haben, in der Schweiz aber nicht zu sehen gewesen wären.

 

Diese Perspektive wurde mit zwei weiteren Programmen vertieft: Ein Fokus galt dem jungen griechischen Kino und bot mit einem Podium, das vom Kurator Olaf Möller geleitet wurde, einen tiefen Einblick in ein Land, das sich trotz (oder wegen) wirtschaftlicher und sozialer Zerrüttung im kreativen Aufbruch befindet. Eine Hommage (mit anschliessender unfassender Retrospektive im Stadtkino Basel) galt dem serbischen Filmemacher Dušan Makavejev. Sie wurde gekrönt mit einem Podium, an dem der Visionär und Quergeist im Gespräch mit Jurij Meden (Kurator und Leiter der Slovenska Kinoteka) über sein eigenwilliges, mit allen Konventionen brechendes Oeuvre sprach und das Publikum mit Anekdoten, intelligentem Wortwitz und seinem frischen Schalk begeisterte.

 

Bildrausch erhielt von FilmemacherInnen und Medienfachleuten viel Lob für die mutige Filmauswahl und wurde von beiden Seiten und auch vom Publikum kräftig zu einer zweiten Ausgabe ermutigt.

 

 

Bildrausch-Preis an Brent Green
Bildrausch zeichnet den besten Film des Wettbewerbs mit einem Preis von CHF 3000 aus. Mit der Wahl des Siegerfilms und der Verleihung des Preises wurde Peter Liechti betraut, dessen filmisches Werk die Idee des radikal Eigenen und damit die Idee von Bildrausch verkörpert.

 

Der Preis für den Besten Bildrausch-Film 2011 geht an Gravity Was Everywhere Back Then von Brent Green (USA 2010). Peter Liechti schreibt in seiner Jurybegründung: «Der Film erweist sich als völlig zwingende, perfekt die Welt der Protagonisten wiedergebende Ausdrucksform, nicht nur im virtuosen Umgang mit fast allen Möglichkeiten heutiger Filmtechnik, sondern vor allem im tiefen, spürbar persönlichen Nachvollziehen des geschilderten Schicksals. Gravity Was Everywhere Back Then ist die organische Verbindung von Kunst und Erzählkino – und damit die perfekte Einlösung des Bildrausch-Versprechens... Trotz leidenschaftlicher Empathie und einer faszinierenden, gewissermassen fluktuierenden Identifizierung mit dem Schicksal seines ehemaligen Nachbars Leonardt Wood erzählt Brent Green die tieftraurige Liebesgeschichte zwischen Leonardt und Mary ohne jede Larmoyanz. Ein in dieser Art noch nie gesehenes, wunderbar unsentimentales und dadurch umso berührenderes Manifest für die Liebe!»

 

 

Detaillierte Infos zum Film und Regisseur
Gravity Was Everywhere Back Then
USA 2010, 75 Min, Farbe, E
Regie: Brent Green
Buch: Brent Green, Donna Kozloskie, Michael McGinley
Kamera: Brent Green, Jem Cohen, Pete Sillen, Jake Sillen, Holli Hopkins, Donna Kozloskie
Animation: Brent Green
Schnitt: Brent Green
Musik: Brent Green, Jim Becker, Michael McGinley, Donna Kozloskie, The Alabama Sacred Heart Singers
Mit: Michael McGinley, Donna K.

 

Ein Autounfall bringt Leonardt und Mary für immer zusammen. Er hängt vor seinem selbst gezimmerten Haus Sonne, Mond und Sterne auf, lässt Blumen für sie wachsen. Doch dann wird bei Mary eine Krebserkrankung diagnostiziert. Leonardt will seine Frau nicht verlieren und unternimmt voller Hoffnung auf ein Wunder einen verzweifelten Versuch: Mit seinen eigenen Händen baut der Tüftler und Handwerker sein Haus zu einer Heilungsmaschine um, mit einem Turm, der als Zeichen seiner Hingabe und Liebe so weit in den Himmel ragen soll, dass Mary wieder gesund wird.
Fasziniert von der wahren Geschichte seines Nachbars Leonardt Wood, hat Brent Green Leonardts Haus, nachdem es abgerissen worden war, im eigenen Hinterhof nachgebaut und Gravity was Everywhere Back Then darin gedreht. Eine betörende Vision aus Live Action und Stop Motion, eine Ode an die Leuchtkraft der Liebe, den Glauben und die Kunst – Frank Capra ohne Happy End.

 

Brent Green, 1978 geboren, ist bildender Künstler und lebt und arbeitet in Cressona, Pennsylvania. Die Kurzfilme des Animations-Autodidakten wurden an zahlreichen Filmfestivals (z.B. am Sundance Film Festival, 2006–2009) gezeigt und liefen in bedeutenden Museen (MoMA, Getty Center, Warhol Museum u.a.). Für Live-Performances hat Green mit Musikern wie Howe Gelb (Giant Sand) und Jim White (Nick Cave) zusammengearbeitet.  
 
 

Der Preis für den besten Bildrausch-Film 2011 geht an Brent Green für «Gravity Was Everywhere Back Then» (USA 2010).
Medienmitteilung und Laudatio: download pdf
Bild: download jpg

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